Review: Warm Graves – Ease

Dark Ambient, Kraut und kosmische Sounds auf dem zweiten Album der Band aus Leipzig.

Beinahe acht Jahre legten die Warm Graves zwischen ihr Debüt „Ships Will Come“ und dem neuen Album „Ease“ (Fuzz Club). Die Welt hat sich seitdem verändert und das spiegelt sich auch im Sound der Band aus Leipzig wieder.

Leader Jonas Wehner verabschiedet sich vom Chor und rückt seine Stimme in den Vordergrund. Drumherum dominieren düstere, dann lichtere Klänge, die sich nach Ambient, Drone, Kraut und Space anfühlen. Für die epische Ausbreitung wurde das Format des Doppelalbums gewählt und die Warm Graves wissen die Fläche gut zu füllen.

Scheinbar unbemerkt verändern sich die Tracks. „Black Wine“ startet etwa sanft und repetitiv, fast ein wenig unheimlich. Doch dann reißt ein recht forscher Drum-Beat das lethargische Konstrukt ein. Auch „Neon“ landet zwischen sanft poppig, dann düster zwingend, schlussendlich flirrt es dahin.

Die Synthies legen sich über die Tracks, Wehners Gesang sticht hervor. Dann der ruhige Mittelpart, der beim zaghaften „Sun Escape“ beginnt und auf „Deliria“ ist es dann nur Wehner plus Gitarre, beide brüchig.

In der Folge wird es einnehmend, auf dem Titeltrack anpeitschend und auf dem Closer „Sound Sleeper“ technoid. Auch hier wieder beinahe überraschend, wie die Warm Graves ganz geheim die Richtung ändern.

Fazit: Schleichender Wandel.

Warm Graves - Ease

8.2

8.2/10