Review: Kikagaku Moyo – Kumoyo Island

Ein letzter Trip, der uns zur Ruhe kommen lässt.

Ein gutes Jahrzehnt Kikagaku Moyo: Verkopfter Psych zwischen Folklore und anpackendem Rock. Fremde Landschaften, irre Trips, düstere wie reinigende Sounds. Mit „Kumoyo Island“ (Guruguru Brain) beenden die Japaner nun ihre Tätigkeit. Schnell waren sie da, ebenso rasch sind sie wieder weg.

Die letzte Platte reserviert uns einen Liegestuhl auf einer kleinen Insel im Ozean. Um uns herum brodelt es, wir entspannen, der Cocktail hat ein Schirmchen, die Sonne brennt nicht allzu heiß.

Im Gegensatz zum 2018er „Masana Temples“ lassen es Kikagaku Moyo auf „Kumoyo Island“ sehr viel experimenteller angehen. Direkte und runde Rock-Songs sind in der Minderheit. Oft bekommen wir es mit sehr verschachtelten Nummern zu tun, hören es häufig nur aus den Boxen herausplätschern.

„Monaka“ eröffnet mit dem typischen Psych Folk, der angenehm fließt, sich dann zu einem zwingenden Jam steigert. Funky dann zunächst „Dancing Blue“, der wiederum ins Hypnotische kippt. In der Folge regiert das Verträumte. Wir wollen auf unserer Insel ja keine Hektik aufkommen lassen.

„Cardboard Pile“ sticht mit seinem variantenreichen Psych Rock heraus, ebenso das forsch rockende, dann schwelgerische „Yayoi, Iyayoi“. Zum Abschied gibt es keinen Knall, kein Feuerwerk, eher ein langsames Ausfaden.

Fazit: Auf der Sänfte hinausgetragen.

Kikagaku Moyo - Kumoyo Island

8.2

8.2/10