Review: Kevin Morby – This is a Photograph

Der Folk-Rocker wühlt sich durch alte Familienfotos.

Für sein neues Album nahm Kevin Morby die Eindrücke alter Familienfotos mit nach Memphis. Er sog die reiche musikalische Geschichte der Stadt ein, die von Elvis über Stax hin zu Jay Reatard reicht. „This is a Photograph“ (Dead Oceans) fasst dies unter dem Americana-Banner zusammen.

Die Platte präsentiert melancholische, berührende Folk-Songs. Sie behandelt Zerbrechlichkeit, Vergänglichkeit, meditiert über den Abschied, blickt zurück darauf, als Morbys Eltern noch jung waren.

Dabei mischt Morby das reduziert Pompöse von „Oh My God“ mit dem einfachen, ländlichen „Sundowner„. Erneut werden seine Heimat Kansas City spürbar und die verschwitzten Südstaaten erlebbar.

Die Songs sind reich orchestriert, zahlreiche Freunde wurden dafür geladen. Gerne setzt Morby einen Chor in den Hintergrund, lässt Streicher erklingen. Noch mehr Dramatik, die aber nicht aufdringlich wirkt.

Riesige Songs verbergen sich auf dem Album. Der Titeltrack etwa, wie er sich wundervoll von nachdenklich zu euphorisch steigert. Oder das tolle Duett auf „Bittersweet, TN“ mit Erin Rae, bei dem das Banjo von Eric D. Johnson lange alleine ist.

Das beschwingt melancholische „Five Easy Pieces“, der Garage-Rocker „Rock Bottom“, das epische „A Coat Of Butterflies“, großartig. Nichts lässt hier kalt und am Ende ruft Morby selbst „Stop Before I Cry“. Genau das haben wir uns auch gedacht.

Fazit: Zu Tränen gerührt.

Kevin Morby - This is a Photograph

9.1

9.1/10