Review: Endless Boogie – Admonitions

Wieder einmal ein unverschämtes Gitarrenfest.

In regelmäßigen Abständen versammelt Paul Major seine Mannen um sich, jammt mit ihnen und schickt das Ergebnis los, für uns, damit wir uns mal wieder fallen lassen können. Die Reise zum fünften Album „Admonitions“ (No Quarter) startete und endete im schwedischen Svartsjö.

Ein kleiner Ort, das Gegenteil zur Homebase New York, und damit für diese entschleunigte Art der Musik perfekt geeignet. Endless Boogie liefern jedenfalls das übliche Gitarrenfest zwischen Blues, Classic und Kraut Rock.

Neben Major entfesseln Jesper Eklow und Matt Sweeney ihre Gitarren, Harry Druzd (Drums) und Mike Bones (Bass) sorgen für den steten Beat. Hypnotisch fällt dieser zumeist aus, vor allem auf den beiden 22 Minuten langen Stücken.

Der erste 22-Minüter wartet mit „The Offender“ gleich zu Beginn. Man fühlt sich, als ob man die Tür zu einem verruchten Hinterzimmer geöffnet hätte. Dort steht eine Band mitten im Jam unter flackerndem Licht zwischen dichten Rauchschwaden. Man gesellt sich dazu, windet sich wie alle anderen auch.

Knackigere Stücke, im Endless Boogie-Universum knackig, folgen. Bluesiger „Disposalbe Thumbs“, erdiger „Bad Call“. Auf „Counterfeiter“ reiht sich Kurt Vile in den fließenden Jam ein.

Sensationell dann Jim Tully, der zweite 22-Minüter. Zunächst gediegen mit Majors Erzählungen versehen, steigert sich der Song, knarzt dabei herrlich, will gar nicht mehr aufhören. Beinahe aufregend, aber keine Sorge: Mit „The Conversation“ und „Incompetent Villains of 1968“ geht die Platte zurückhaltend und brummend zu Ende.

83 Minuten lange ist man geflüchtet, die Welt hat man Welt sein lassen. Was für eine schöne Zeit!

Fazit: Reinigend.

Endless Boogie - Admonitions

8.7

8.7/10
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