Review: Bambara – Love on My Mind

Düsterer, dramatischer Rock der großen Gesten.

Irgendwie wollte das mit der Distanz nicht so recht klappen und deshalb entschlossen sich die über die USA verstreuten Zwillingsbrüder Reid und Blaze Bateh sowie William Brookshire ihr neuestes Album für Bambara doch in New York aufzunehmen. „Love on My Mind“ (Wharf Cat) ist eine Mini-LP mit sechs Songs geworden, die das Soundspektrum der Band behutsam erweitert.

Dazu lud man sich Bria Salmena (Orville Peck) und Drew Citron (Public Practice) für Duette sowie Jason Disu und Jeff Tobias von den Sunwatchers für mehr Wucht ein. Insgesamt wollte man mehr Dichte in den düsteren Rock bringen und das ist gelungen.

Trotz vieler ruhiger Passagen überfährt einen „Love on My Mind“ (Wharf Cat) geradezu. Da ist so viel Dramatik und Raum für Posen. Alles im Nick Cave-/Twin Peaks Roadhouse-Stil gehalten.

„Slither in the Rain“ eröffnet mit Synthie-Flächen und dem bekannt gepressten Gesang. „Mythic Love“ poltert dann recht forsch los. „Birds“ und „Feelin‘ Like a Funeral“ sind für gefällige Indie-Rocker zu laut und verzweifelt. Schön der Schleicher „Point and Shoot“, beinahe sanft der Closer „Little Wars“.

Im Gegensatz zum 2020er „Stray“ schielt man mehr in Richtung Indie Rock und legt die bedrückende Western Gothic ein wenig ab, weiß aber, dass man tief darin verwurzelt ist. Ein Übergangswerk zu mehr Pop eventuell.

Fazit: Neue Stories aus den dunkelsten Ecken.

Bambara - Love on My Mind

8.1

8.1/10