Review: Goat – Medicine

Die schwedische Psych-Band mit einem fokussierten und überraschend gutem Album.

Wie hat man sich von Goat über die Jahre gewünscht, dass sie mal was anders machen würden. Klar, sie variieren, aber immer in ihrem Rahmen aus World Music und Psych Rock. Seit dem vor zehn Jahren erschienen Durchbruchalbum „World Music“ war alles gefühlt nur noch ein Remix dessen. Das letztjährige „Oh Death“ zeigte dann deutliche Ermüdungserscheinungen.

Zwölf Monate später wieder ein neues Goat-Album. Hach, muss ich mir „Medicine“ (Rocket Recordings) wirklich anhören, ich weiß doch, was da auf mich wartet. Wir antworten: „Auf jeden Fall, du wirst überrascht sein.“ Es ist eben nicht ein weiterer „World Music“-Aufguss, es ist was völlig anderes.

Wobei der typische, rituelle Goat-Sound auch hier drinsteckt. Das Werk ist aber von der Grundausrichtung neu und orientiert sich an schwedischem Seventies Prog Rock und Folk. Dabei fällt die Platte sehr homogen aus, erinnert fast an einen Soundtrack zu einem Exploitation-Film aus jener Zeit.

Sehr psychedelisch, sehr wabernd, bestimmt von Wah Wah-Gitarren und Flöten. Der Trademark-Gesang nicht mehr so prominent. Wenn er da ist, peitscht er weiterhin auf. Auf „TSOD“ dann männlicher Gesang. Hatten wir das schon mal bei Goat?

Antreibendes, in den Strudel Ziehendes erhält als Gegensatz Entspanntes. Wenn uns etwa der Opener „Impermanence & Death“ schon heftig einfährt, holt uns das folgende „Raised By Hills“ mit seinem Space Folk wieder auf den Boden zurück.

„I Became The Unemployment Office“ und „Join The Resistance“, überragende Hits. Dann verspielt Vertripptes mit „Vakna“ und „You`ll be Alright“. Als Closer dieses wundervolle Folk-Stück „Tripping In The Graveyard“. Wir ziehen uns weiße Kleider an und tanzen im Kreis. Die Rekrutierung war erfolgreich.

Fazit: Willkommen zurück im Olymp.

Goat - Medicine

9.3

9.3/10