Monatsrückblick: Die 9 besten Platten im September 2023

Das Album des Monats kommt von den Flat Worms.

Das Album des Monats: Flat Worms – Witness Marks

Inspiriert von 80s Hardcore legen Will Ivy, Justin Sullivan und Tim Hellman ihren brummenden Post Punk sehr direkt an. Doch es geht nicht nur arg zu. Die Platte entwickelt dann ihre wahre Stärke, wenn sie catchy zum Garage Rock aufbricht. Das Trio zeigt sich jedenfalls in Bestform, präsentiert eine ungemeine Spielfreude und ist perfekt aufeinander abgestimmt. Auf zum Super Bowl!

Die Punk-Platte des Monats: C.O.F.F.I.N – Australia Stops

Fünftes Album der Australier, alles wie gehabt? Ja und nein. Weiterhin ist man rotzig und fies unterwegs, legt den Punk halsbrecherisch an. Dann aber vermehrt der Hang zum Classic Rock, zu langsamen Tracks, die mit genauso viel Wucht daherkommen. Insgesamt auch recht fett produziert. Dass einem der Typ immer so ins Ohr brüllen muss, anstrengend, aber auch mitreißend.

Die Garage Psych-Platte des Monats: Frankie and the Witch Fingers – Data Doom

Die Band aus Kalifornien klingt mittlerweile unverwechselbar. Ein Nachteil? Überraschungen sind jedenfalls kaum mehr vorhanden, dennoch ist der Frankie-Sound so packend, dass es noch einmal reicht. Fuzz, fließender Psych, Mosh-Parts, abgefahrener Space Rock, schön aneinandergereiht. Kann eigentlich fast gar nicht langweilig werden.

Die LoFi-Shoegaze-Platte des Monats: Routine Death – Comrade

Nach unruhigen Jahren hat sich das Ehepaar Ehepaar Zozaya nun endlich in Göteborg eine Homebase eingerichtet. Zusammen mit Freunden spielte man eine neue Platte ein, die im Prozess ein wenig länger gedauert hat als sonst. Hat sich aber positiv ausgewirkt, denn „Comrade“ ist verspielt, großflächig, dann wieder simpel. Vertrackt auch, catchy oft. Wundervoll zwischen Shoegaze und Psych Pop schwankend, dabei immer noch den DIY-Charme bewahrend.

Die 90s-Rock-Platte des Monats: DAIISTAR – Good Time

FFO: Adidas-Trainingsjacken, Strähnen, Brillen mit Fliegenaugenoptik. Die Band aus Austin lässt die frühen Neunziger wieder auferstehen, als Shoegaze zu Brit Rock wurde. Eine gute Zeit haben, sich im Nebel treiben lassen. Breiter Rock mit Kaugummigeschmack.

Die Psych Folk-Platte des Monats: Woods – Perennial

Die Woods, kurz vor dem Zwanziger, routiniert, gewohnt einnehmend, auch ein wenig Neues hereinlassend. In der Einsamkeit begonnene Songs werden zu fülligen Arrangements oder bleiben wie sind. Sanfte Instrumental-Nummern, wundervolle Folk-Stücke, ein wenig Versponnenes. Bald keine Teenager mehr, aber noch lange nicht fad.

Die Post Rock-Platte des Monats: Luggage – Hand Is Bad

Weniger ist mehr bei dem Trio aus Chicago. Der Post Rock kommt knochentrocken und schabend daher, im Hintergrund murmelt irgendjemand irgendetwas. Grau in grau, viel Glückseligkeit gibt es hier nicht. Was wir bekommen: Sauberen, auf den Punkt dargebotenen Rock. Kann auch froh machen.

Die Synthie Punk-Platte des Monats: Optic Sink – Glass Blocks

Die Band um Natalie Hoffmann von den NOTS entfernt noch einmal eine Schicht von ihrem eh schon minimalistischen Synthie Punk. Wenn es dann doch zu einfach wird, kommt Psychedelic dazu. So wabern simple Strukturen, erhalten raue Oberflächen. Zu aufgekratzt um schläfrig zu sein.

Die Heavy Rock-Platte des Monats: Hey Colossus – In Blood

Hey Colossus sind schon einen Schritt weiter als die Woods und feiern bereits den Zwanziger. Die Bands sind sich zu diesem Zeitpunkt der Karriere dann auch näher, als man es je vermutet hätte. Aus Jams heraus sind ungewohnt cleane Songs entstanden, die gar nicht mal so heavy sind. Sondern mehr Folk, halt britischer. Nicht weniger wundervoll.