Monatsrückblick: Die 6 besten Platten im Mai 2023

Das Album des Monats kommt von Iguana Death Cult.

Das Album des Monats: Iguana Death Cult – Echo Palace

Die Holländer sind nach psychedelischem Garage Rock und Proto Punk bereits seit einiger Zeit bei Post Punk angelangt. Auf der neuen Platte begeben sich in Gruppentherapie, behandeln Probleme, gewinnen die Freude am Musizieren zurück. Es ist ein Wonne, innen dabei zuhören zu können. Fluffig fließender Rock mit tollem Groove, dann wieder getrieben und komplizierter, aber immer im Flow. Eine Wohltat!

Die Folk Rock-Platte des Monats: Kevin Morby – More Photographs (A Continuum)

Mehr Fotos, dann wieder dieselben in anderem Licht betrachtet: Kevin Morby besucht sein Elternhaus erneut, entdeckt neue Winkel, betritt verborgene Kammern, sieht mit anderen Augen. Eine insgesamt gefühlvollere, sanftere Platte, die wenig Raum für Rock lässt. Beschwingt nur selten, eher nostalgisch, dabei immer berührend.

Die Garage Rock-Platte des Monats: Miranda And The Beat – Miranda And The Beat

Debüt der Band aus New York: King Khan und Nick Zinner halfen dem Quartett auf die Beine, das nun Vollgas los lockt. Wilder Punk trifft auf gestenreichen R’n’B. Viel Leidenschaft, die überschwappt. Und auch der Spaß am Rock’n’Roll. Da wurde mit Herz gearbeitet.

Die Garage Blues-Platte des Monats: The Murlocs – Calm Ya Farm

Siebte Platte der Australier, das Niveau des tollen Vorgängers „Rapscallion“ wird gehalten. The Murlocs mit ihrem beschwingt räudigen Trademark-Sound, aber auch um Variationen bemüht. Seitenhiebe auf die Stones, Nachdenklichkeit an anderer Stelle. Kann gerne so weitergehen.

Die Desert Rock-Platte des Monats: Gavial – Vor

Neuer Name für die TOURETTE BOYS, bei gleichbleibendem Sound. Die Band aus Dresden bespielt weiterhin das Feld zwischen Stoner Rock, Blues und Psych, wenn auch hier mehr Desert Rock zum Vorschein kommt. Ausladend, stimmungsvoll und sehr packend.

Die Psych Rock-Platte des Monats: Dead Sea Apes – Rewilding

Nach diversen Nebenprojekten kehren die Dead Sea Apes zum Kern Power Trio. Wobei Power hier wortwörtlich zu nehmen ist: Kraftvoller, harter Psych Rock, in tiefes Schwarz getaucht, manchmal ein wenig noiseig. Aber immer auf den Zehenspitzen dargeboten, sich nie um Entspannung umsehend.