Monatsrückblick: Die 7 besten Platten im April 2023

Das Album des Monats kommt von The Shits.

Das Album des Monats: The Shits – You’re A Mess

Sieht auf dem Cover aus wie eine plumpe Schlägertruppe, diese Band aus Leeds. Brutal sind sie dann schon, auch musikalisch, arbeiten aber gezielt. Sie begraben Psych Rock und einer punkigen Wall of Sound. Sie lassen es ausufern, untersuchen den Rock im Gesamtem, auch die Zeit danach und verstricken sich in Repetitivem. Eine furchtbar gemeine, aber auch ansprechende Platte.

Die Psych Rock-Platte des Monats: Sunflowers – A Strange Feeling of Existential Angst

Die Band aus Portugal hatte sich die Frage gestellt, ob es für sie noch weitergehen kann. Nach all dem Irrsinn der letzten Jahre. Sind wir froh, dass sie sich für eine Fortführung ihrer Aktivitäten entschieden haben. Eine tolle Platte, nicht mehr so überfallsartig und garageig wie frühere Werke, dafür mit einem Hang zur fließenden Elektronik, die sich gut in den Psych Rock einweben kann. Dazu Kraut und Fuzz und herrliches Geknarze. Carry on!

Die zweitbeste Psych Rock-Platte des Monats: Dommengang – Wished Eye

Jammiges aus Portland: Gemütlicher West Coast Psych Rock, sandig, brummend, nie zu wild. Versatzstücke aus Americana und Folk finden wir, die Mähnen werden zu hypnotischem Stoner Stellen geschüttelt.

Das Grunge-Album des Monats: Mudhoney – Plastic Eternity

Minimale Änderungen bei den Grunge-Legenden, aber dennoch bleibt alles beim Alten. Neuer Aufnahmeprozess und ein zusätzlicher Songwriter haben doch etwas frischen Wind hereingebracht. 35 Jahre nach dem wegweisenden „Superfuzz Bigmuff“ fühlt sich die neue Platte dann immer noch spannend an, auch wenn man alles sehr gut kennt, was darauf passiert. Vielleicht ist es einfach diese Leidenschaft von Mudhoney, die sich so toll anfühlt.

Die Garage Psych-Platte des Monats: Hyper Tensions – Sick Soother

Eine Entdeckung aus Indiana: Sixties Psych mit Kraut und Punk. Räudigkeit und treibende Psych-Sounds, Versponnenes und Direktes, dazu ein Versuch, sich an den Jug-Sound der Elevators anzunähern. Wirklich ein sehr schönes Album!

Das Psych Pop-Album des Monats: Sunfruits – One Degree

Debütalbum der Band aus Australien: Die Mitglieder haben verschiedene Backgrounds, fanden sich hier aber zu verspieltem und umarmendem Psych Pop wieder. Hier und dort flackern andere Einflüsse auf, was das Album zu einer kleinen Entdeckungsreise macht. In jedem Fall abwechslungsreich, catchy, schillernd und auch durchaus tanzbar.

Das Post Punk-Album des Monats: Cathedrale – Words / Silence

Viertes Album der Band aus Frankreich, die sich so britisch anhört. Die früheren Begleiter Psych Rock und Garage Rock wandern weiter in den Hintergrund, kantig Tingelndes übernimmt die Führung. Dazwischen immer wieder psychedelische Drifts oder forsche Soli. Ein gelungener Fortschritt.