Review: Dick Stusso – S.P.

Der Garage Rock treibt seltsame Blüten.

Dick Stusso, eigentlich Nic Russo, ein Loser, zumindest ein Weirdo, aber irgendwie kommt uns seine merkwürdige Welt auch vertraut vor. Das 2018er „In Heaven“ holte weit aus, das neue Album „S.P.“ (Hardly Art) isoliert sich mehr.

Das ist natürlich der Pandemie geschuldet. Ein Teil der Songs war vorher fertig, zwischen Lockdowns und Verzweiflung trieb der Rest seltsam aus. Das Resultat ist ein befremdliches Rock-Album mit vielen Twists.

Gehen wir etwa ans Ende, wo als vorletzter Song das einsame Piano-Stück „Twilight At The Shareholders‘ Meeting“ steht, das vom grellen Garage-Rocker „Tears Of Love“ abgelöst wird. Oder „Convenient Life“, das den angenehmen Power Pop einfach in sich zusammenfallen lässt.

Alptraumhafter Rock’n’Roll, experimentelle Pop-Nummern, Noise-Feste, Country-Stücke, ein wundervolles „Dinner For Two“, Dick Stusso lehnt sich weit aus dem Fenster, fällt dabei fast nie.

Herausfordernd natürlich, aber auch mit fantastischen Songs versehen. „Big Money“ etwa oder „Haunted Hotel“, wirklich hörenswert. Könnte Welthits schreiben, dieser Kalifornier, aber warum auch?!

Fazit: Weltuntergangs-Pop.

Dick Stusso - S.P.

8.9

8.9/10