Review: Wooden Shjips – V.

Die Psych-Band aus Oregon setzt dem ganzen Hass in der Welt eine luftige Sommerplatte entgegen.

Letzten Sommer suchten schwere Waldbrände Oregon heim und sie kamen bis an die Stadtgrenze von Portland. Von seiner Veranda aus schaute sich Wooden Shjips-Frontman Ripley Johnson dieses „apokalyptische Spektakel“ an. Gedanken an die feindliche Welt, die voller Hass steckt, kamen auf. Diesem hässlichen Zustand wollten die Wooden Shjips Liebe entgegen setzen.

So ist der Titel der neuen Platte „V.“ (Thrill Jockey Records), grafisch das Peace-Zeichen. Im 13. Jahr ihres Bestehens haben die Wooden Shjips ihren luftigsten und freundlichsten Release getätigt. „V.“ ist sanft und angenehm, setzte aber auf die alten Qualitäten der Psych-Rock-Band.

Bedeutet: Wiederholung, die einen Sog entfacht. War das früher teils eher düster und verloren, zaubert der Sound nun ein Lächeln auf die Lippen. Der Synthie-Einsatz ist prägender, damit rückt Wooden Shjips etwas näher an Johnsons Zweitprojekt Moon Duo.

Vor allem auf „Already Gone“ ist der Synthie spacig und bringt damit in den ansonsten ungewohnt klaren Song etwas Vertripptheit ein. Einzelne Instrumente vermögen es, den Teppich zu durchschneiden. Auf „Eclipse“ schwebt etwa das Saxofon von Rob Fyre (Bitchin Bajas) über eine dichte Soundfläche.

„In The Fall“ ist sehr ruhig und entzerrt, „Red Line“ angenehm loungig. Gegen Ende der Platte tauchen wir ein in die Sixties, erst mit dem Jam „Golden Flower“, dann mit der Neil Young-Verbeugung „Ride On“.

Fazit: Angenehme neue Seite der Psych-Veteranen.

7.9

Fazit

7.9/10