Review: Vox Low – dto.

No More Mr. Feelgood: Vox Low erheben sich aus der Asche von Think Twice und verbreiten schlechte Laune.

Anfang/Mitte der 2000er versprühte die französische Band Think Twice psychige Dancefloor-Beats. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Band löste sich auf, Jean-Christophe Couderc und Benoît Raymond suchten sich ein neues Vehikel, mit dem man eher dem Zeitgeist entsprechen konnte. Bedeutet: Deprimierende, stoische Sounds mit Industrial-Hintergrund.

Sie fanden in Mathieu Autin (Drums/Percussions) und Guillaume Léglise (Gitarre/Synthies) Mitstreiter und gründeten Vox Low. Das Debütalbum ist nun via Born Bad Records erschienen. Es ist ein verlorenes und eher deprimierendes Album geworden.

Protagonist ist zumeist der Bass, der weit vorne steht und sehr technoide Beats anschlägt. Darüber legen sich zumeist Synthieflächen und ein beinahe gelangweilter Gesang. Es wird im Presstext oft Berlin und das Berghain zitiert und auch The Fall. Das passt ganz gut: Industrial-Design mit etwas Hedonismus und Räudigkeit.

Der treibende Basslauf auf dem Eröffnungsstück „Now we’re ready to spend“ ist wirklich fantastisch. Dazu ringt sich Sänger Couderc Spoken-Word-Zeilen ab. „You are a slave“ ist eher peitschend. Im Hintergrund gibt es etwas Noise, davor steigert sich der Track immer weiter.

Auf dem schiebenden „Rides alone“ ist der Gesang etwas zarter und nicht mehr so monoton. Insgesamt ein sehr atmosphärischer und düsterer Song. „We can’t be blamed“ ist ein stampfendes Highlight. Nach dem verträumten „What if the symbols fall down“ wird es mit dem Psych Rock-Track „Trapped on the moon“ und dem epischen „Rejuvenation“ noch einmal sehr gut.

Fazit: Schön ist vielleicht das falsche Wort für dieses spröde Werk. Dennoch: sehr schöne Platte.

7.4

Fazit

7.4/10