Review: Ulrika Spacek – Modern English Decoration

Post-Punk mit Psych-Layer: Ulrika Spacek gehen auf ihrem neuen Album mit allerfeinster Präzision zu Werke.

Ulrika Spacek haben sich in Berlin gefunden und dann in London ihren Sound definiert. Ihr Debüt „The Album Paranoia“ verriet schon, in welche Richtung sich die Band aufmachen will. Sie produzieren dichten Post-Punk, der an Neunzigerhelden wie Sonic Youth oder Fugazi minus Hardcore erinnert und legen darüber einen Psych-Layer. Mit ihrem neuen Album, das keine 18 Monate später erscheint, haben sie ein noch präziseres Werk abgeliefert.

Auf „Modern English Decoration“ (Tough Love Records) gibt es diese markante Gitarre, die eigentlich jeden Song definiert. Drumherum gibt es allerlei Ablenkungen. Die Tracks sind grundsätzlich episch, wenn auch nicht übertrieben lang. Immer im 5-Minuten-Bereich gibt es jedoch hinter jeden Ecke eine Wendung. Es artet fast schon in Arbeit aus, sich die Platte anzuhören, auch wenn ein konstanter Flow da ist.

„Mimi Pretend“ bereitet den Hörer sanft darauf vor, was noch kommen wird. Der Song erinnert an Sonic Youth und bäumt sich im Mittelteil langsam auf. Mit „Silvertonic“ halten viele Breaks Einzug und hier sticht die Versessenheit auf ein dichtes Arrangement heraus. Einen knalligen Rock-Song, 2:30 Minuten lang, gibt es hier nicht.

„Dead Museum“ und „Everything, All The Time“ sind etwas psychiger. Mit dem Titeltrack gibt es etwas Einfacheres, auch wenn hier wieder allerlei Spielereien für Unruhe sorgen. Wuchtig wird es mit „Victorian Acid“ und „Protestant Work Slump“ lässt das Album mit etwas Breeders ausklingen.

Fazit: Ulrika Spacek gehen mit Akribie an die Arbeit, stehen sich dabei aber manchmal selbst im Weg. Etwas mehr Geradlinigkeit täte dem kommenden Output gut.

 

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