Review: Ty Segall – Ty Segall

Neun Jahre nach dem ersten selbstbetitelten Album kommt Ty Segalls zweites selbstbetiteltes Album. Er vermischt darauf die dazwischen liegende Periode zu einem Meisterwerk.

„[ ]…he’s taken yet another strong step toward turning retroactive garage rock into high art“, schreibt NPR über das aktuelle, selbst betitelte Album von Ty Segall (via Drag City) und dem kann man nur voll zustimmen. Das Album kommt in die Schublade Garage Rock, ja, aber was da zu hören ist, spielt in einer anderen Liga. Segall hat wirklich etwas ganz Großes erschaffen.

„Warm Hands“ als Meisterstück

Das Album beginnt mit „Break a Guitar“ einem klassischen Fuzz-Rock-Stück, wie man es von Segall erwarten kann. Doch schon mit „Freedom“ wird es noisiger, unbequemer bevor dann das 10-Minuten-Biest „Warm Hands“ um die Ecke kommt Es ist schon ein Wahnsinn, dass Segall sich traut, ein Stück solcher Länge an die dritte Position des Albums zu packen, wo andere Künstler so ein Stück traditionell als Ausklang ans Ende setzen würden. Aber es spricht natürlich für ihn und unterstreicht sein Standing.

Mit „Warm Hands“ hat Segall auch gleichzeitig sein Meisterstück abgeliefert. Hier wirft er alles rein, was man so von ihm kennt, eine kleine Werksschau also. Glam-Rock-Riffs werden von Classic-Rock-Themen abgelöst, etwas Noise hier etwas Pop da und dann fällt alles in ein ruhiges, Doors-artiges Mittelstück.

Nach Noise kommen die Beatles

Mit „The Only One“ und „Thank you Mr. K“ folgen zwei punkige, wilde Stücke bevor dann die zweite Hälfte Tempo herausnimmt. „Orange Color Queen“ lässt den Hörer zu Ruhe kommen, bevor dann mit „Papers“ und „Take Care (To Comb Your Hair)“ zwei Beatles-Verbeugungen das Album beenden.

Auf „Ty Segall“ hört man Segalls Schaffen der vergangenen zehn Jahre. Der Mann der einst 2-minütige Lofi-Garage-Songs ausgespuckt hat, kann mittlerweile große Songs bauen, doch den Punk-Kracher hat er natürlich immer noch drauf. Auf diesem Album wird der Status Quo festgehalten, mal wieder alles frei gepustet und die Reise beginnt von Neuem. Auf diesem Trip will er erstmals längere Zeit mit derselben Besetzung unterwegs sein. In Interviews betonte er, dass die Besetzung Moothart (Drums), Cronin (Bass), Kelly (Gitarre) und Boye (Orgel) vorerst so bestehen bleiben soll.

Anhören -> http://www.npr.org/2017/01/23/510577610/first-listen-ty-segall-ty-segall