Review: Ty Segall – First Taste

Zeit für Experimente: Der Garage-Rocker verzichtet auf seine Gitarre und greift stattdessen zu exotischen Instrumenten.

Ty Segall ohne Gitarre? Unvorstellbar, weiß er doch, wie er ihr verzaubernde Melodien entlocken kann. Für sein neuestes Album verzichtete der Kalifornier aber komplett auf das Instrument.

Schon bei seinem Nebenprojekt The C.I.A. war die Gitarre unerwünscht, so nun auch auf „First Taste“ (Drag City). Segall experimentiert weiter. Ein Hip Hop-Album schwebe ihm zudem vor, letztes Jahr gab es ein Noise-Elektro-Tape.

Konservativ ging er bei seinem Band-Lineup vor. Die Freedom Band um Emmett Kelly, Ben Boye, Charles Moothart und Mikal Cronin ist auch hier dabei, Shannon Lay wird als neues Mitglied begrüßt.

Statt der Gitarre kommt Exotisches zum Einsatz. Wann da Fuzz ist, dann stammt das aus dem Koto, eine japanische Version der Zither. Ruhige Klänge spielt Segall auf der Bouzouki, einer griechischen Laute.

Im Vorfeld gab er an, diese Instrumente während des Aufnahmeprozesses erlernt zu haben. Dementsprechend schief klingt das dann manchmal, scheint aber Teil des Konzepts zu sein.

Denn auf „First Taste“ steht das herumprobierende Rumpeln im Vordergrund. Oft sehr schräg, experimentell und brummend zeigt sich die Band. Sgt. Pepper wird auf „Radio“ zerlegt, „Self Esteem“ entführt auf einen Jahrmarkt des Grauens.

Dass er immer noch Hits schreiben kann, zeigt Segall dennoch an ein paar Stellen. „The Fall“ ist punkig, bricht aber nie ganz aus. „Whatever“ und „I Sing Them“ grooven cool dahin. „The Arms“ ist freundlich und hell, „Lone Cowboys“ eine tolle Art-Psych-Nummer.

Ansonsten ist die Platte ein Versuch. Wir hören dem Meister beim Probieren zu.

Fazit: Vielleicht ist Segall einfach nur gelangweilt?

7.2

7.2/10
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