Review: Tinariwen – Elwan

Die Tuareg-Band mischt auf ihrem aktuellen Album traditionelle Rhythmen mit Stoner-Gitarren und landet einen ganz großen Wurf.

Am 10. Februar kommt das achte Album von Tinariwen, einer aus Mali stammenden, aber in den USA im Exil lebenden, Band auf dem Markt. Es heißt „Elwan“ und kann hier bestellt werden. Teile des Albums wurden in Joshua Tree aufgenommen, dem Geburtsort des US-Desertrocks. Auf der Platte vermischt Tinariwen den Desertrock aus ihrer Heimat mit dem aus ihrem neuen zu Hause – und das Ergebnis ist fantastisch.

Tinariwen spielen klassischen Tuareg, eine wilde Mischung aus arabischem Pop und traditioneller Musik. Dazu kommen elektronische Gitarren, die einst erstmals von der Band eingesetzt wurden. Auf „Elwan“ klingt die Instrumentierung sehr leichtfüßig, wenn auch ab und zu schwere Stoner-Gitarren zum Einsatz kommen, wie etwa auf „Tiwàyyen“ und „Sastanàqqàm“.

Hinzukommen klassische Stücke, wie „Talyat“ oder auch das groovende „Assàwt„, die sich neben amerikanische Songstrukturen, wie auf „Nànnuflày“ (mit Mark Lanegan) setzen. Es entsteht ein ungeheuer abwechslungsreiches Album, das auf jedem Stück etwas Neues bietet.

Das wirklich Große an „Elwan“ ist aber die sehr melancholische Grundstimmung. Auch wenn man Tamashek und Arabisch nicht spricht, vermag man aus den Zeilen eine tiefe Trauer herauszhören. Vor allem bei dem weitgehend akustischen Stück „Nizzagh Ijbal“ oder bei dem E-Gitarre/Stimme-Song „Ittus“ könnte man in Tränen ausbrechen, obwohl man kein Wort versteht. Die Band trauert um ihr Heimatland und steht der politischen Situation dort hoffnungslos gegenüber. Sie haben ein ganz großes Werk erschaffen, um dagegen zu protestieren.

 

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