Review: Tinariwen – Amadjar

Die Tuareg-Band hat neue Songs aus der Wüste mitgebracht.

Wie es sich für eine Tuareg-Band gehört, haben Tinariwen ihr neues Album „Amadjar“ (Anti-) auf einer Reise aufgenommen. Die Musiker aus Mali begaben sich von Marokko nach Mauretanien, das Studio in einem alten Wohnwagen immer mit dabei. Am Abend wurde unter Sternen musiziert.

Schlussendlich bannte man innerhalb von zwei Wochen in der Wüste um Nouakchott die Songs auf Tape. Noura Mint Seymali und ihr Ehemann Jeiche Ould Chighaly schlossen sich dabei an.

Im weiteren Verlauf steuerten westliche Musiker ihre Elemente bei. Sie wirken großteils nicht als Fremdkörper sondern fügen sich schön ein. Die Gäste sind dabei namhaft: Warren Ellis, Stephen O‘ Malley, Micah Nelson, Cass McCombs und Rodolphe Burger sind zu hören.

Der Tuareg-Sound dominiert, wird aber stellenweise verwestlicht. Auf „Kel Tinawen“ mit Cass McCombs rückt der Song durch die dominante E-Gitarre in Richtung Southern Rock.

Besser fallen die Tracks aus, bei denen sich die Gastmusiker unauffällig eingliedern. „Tenere Maloulat“ mit Warren Ellis‘ sanfter Violine ist etwa wunderbar verloren und reduziert. Es kommt eine besondere Stimmung auf.

„Zawal“, ebenfalls mit Ellis, fällt dafür flotter und psychedelischer aus. Ein weiteres Highlight ist das mystische und packende „Wartilla“ mit Ellis und Stephen O’Malley.

Die eigenständigen Kompositionen unterstreichen das Kollektiv. Wir fühlen uns mittendrin, sitzen mit Tinariwen am Lagerfeuer und singen Songs über das Leben, die Natur und die Ferne.

Fazit: Ein kurzer Moment in einer fremden Welt.

8.4

8.4/10
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