Review: The Soft Moon – Criminal

Auf seinem vierten Album beschäftigt sich Luis Vasquez mit inneren und äußeren Dämonen. Es ist sein bisher persönlichstes Werk.

Die Schuld begleite ihn seit seiner Kindheit, so Luis Vasquez aka The Soft Moon im Pressetext zu seinem neuen Album. Auf „Criminal“ (Sacred Bones Records) wollte er Erlösung finden. Einerseits durch das Eingestehen von Missetaten andererseits durch das Verurteilen Anderer, die ihm Leid zugefügt haben. Vasquez hat viel Leid erfahren, das erfahren wir über die Lyrics auf seinem insgesamt vierten Album.

„Like A Father“ ist dahingehend die stärkste Nummer. Sein Vatter hatte Vasquez früh verlassen und dieser konnte das nie richtig verarbeiten. Der Song beschreibt nun mithilfe von heftigen und schnellen Industrial-Sounds, dass man den Vater in sich töten müsse.

Seit dem Debüt im Jahre 2010 hat sich die Musik von The Soft Moon verändert. Die Lyrics sind immer dominanter geworden, die Sounds immer schärfer. Auf „Criminal“ gibt es nun keine Schönheit mehr. Sägend, kreischend und peitschend arbeiten sich die Beats durch die Platte.

Ruhige Flächen gibt es nur selten, auf „It Kills“ etwa. Aber rasch werden diese eingerissen oder mit aufflackerndem Noise gestört, wie auf dem abschließenden Titeltrack.

Sehr viel erinnert an die Nine Inch Nails. Der zwingende Gesang, der unbequeme, aber dennoch nicht nur experimentelle Industrial. Das pumpende „Burn“ legt diese Assoziation früh. „Choke“, ein Song über den Dämon Kokain, lässt kaum Luft.

Etwas reduzierter ist das düstere Liebeslied „Give Something“. Mit „ILL“ hätten die Death Grips eine wahre Freude. New Wave wird auf „Young“ angeboten.

Fazit: Handwerklich sehr gut gemacht. Ein mächtiger, dorniger Leidensweg.

8.2

Fazit

8.2/10