Review: The Limiñanas – Shadow People

Die Musik des französischen Psych-Pop-Duos war schon immer vor allem schön. Doch so toll hat sie noch nie geklungen.

Lionel und Marie Limiñana haben als The Limiñanas nun auch schon beinahe zehn Jahre heruntergerissen. Ihr Sound hat sich seit dem Debüt 2010 nicht großartig verändert. Es ist angenehmer Sixties Psych mit poppigen Elementen. Es wird abwechselnd Englisch oder Französisch gesungen und man lädt sich regelmäßig Gäste ein.

Auf dem bezaubernden „Malamore“ war es etwa Peter Hook, der nun auf dem neuen Album „Shadow People“ (Because Music) erneut auftaucht. The Limiñanas weichen nicht vom bekannten Sound ab, doch so fett und nuanciert war er noch nie.

Es schimmern nun mehr The Black Angels als The Velvet Underground durch. Die Fuzz-Gitarre kommt öfters zum Einsatz, Jangle-Pop tritt, wenn dann, gewaltiger auf.

„Ouverture“ bietet zunächst surfigen Garage Pop, der sanft in die Platte einführt. Auf „Le Premier Jour“ legt sich dann der Gesang so dicht ans Ohr, dass es beinahe kitzelt. Dieses Stilmittel kommt erneut bei „Trois Bancs“ zum Einsatz. Im Hintergrund wummert dichter Psych, dazu haucht die Stimme ganz nah.

Die Zusammenarbeit mit Anton Newcombe von Brian Jonestown Massacre ist wenig überraschend, aber auch sensationell gut. Man würde Newcombe solch einen Song für die nächste BJM-Platte wünschen.

Der Titeltrack mit der Schauspielerin Emmanuelle Seigneur wandelt ganz klar auf den Spuren von The Velvet Underground und ist ein Ohrwurm. Der Song mit Bertrand Belin bricht etwas aus dem Gesamtkonzept aus. Über einen sehr anspruchsvollen Psych-Teppich bietet der Sänger eine gelungene Sprachübung dar.

Auf „The Gift“ darf Peter Hook seinen Bass fließen lassen. Western-Sounds gibt es mit „Motorizatti Marie“ und „De la part des copains“. „Pink Flamingos“ ist verträumter Sixties Psych.

Fazit: Wird sicher in einigen Jahrsbestenlisten vorkommen. Zurecht.

9

Fazit

9.0/10