Review: The Lees Of Memory – The Blinding White Of Nothing At All

The Lees Of Memory haben mit ihrer neuen Platte ein Mammutwerk abgeliefert. Inspirationsquelle waren die 1960er.

Knapp ein Jahr nach „Unnecessary Evil“ haben The Lees Of Memory bereits einen neuen Longplayer am Start. „The Blinding White Of Nothing At All“ heißt dieser und beinhaltet beachtliche 24 Songs. Die Band um Brandon Fisher und John Davis von Superdrag, die von Nick Slack an den Drums komplettiert wird, hat offenbar aus ihrer Inspirationsquelle unendlich geschöpft.

Diese beinhaltete Psych-Musik der 1960er, teilweise 1970er. Mit der Platte haben sich The Lees Of Memory also endgültig vom Indie-Rock von Superdrag entfernt, auch wenn dieser an manchen Stellen doch durchschimmert. Das Mammutwerk bietet unterschiedliche Facetten und zitiert diverse Künstler. Es ist trotz der Länge kaum ermüdend und beinahe alle Songs funktionieren.

Als offensichtliche Inspiration dienen die Beatles, aber auch Jimi Hendrix und Crosby, Stills, Nash & Young mag man heraushören. Manchmal ist man sehr impulsiv („Rain, Rain“) und rockend („Keep A Tight Grip On Your Mind“, „Last Thing I Wanted To Do“). Dann widmet man sich den leisen Tönen, wie etwa auf „It’s Too Late To Change“ oder „It Stings“.

CSNY-Einflüsse werden deutlich hörbar auf „Pictures Of Ordinary Things“, „Blues As The Moon“ widmet sich dann mit seiner Sitar den Freak-Beatles. „I Know How To Do“ ist ein Feel-Good-Song mit Bläsern, „Mountaintop (I’m A Goner)“ gäbe gar einen soliden Trucker-Song ab.

Wer davon noch nicht genug, kann sich noch durch die 30 Songs starke Demo-Sammlung arbeiten, die zudem ein paar Bonus Tracks bereithält. Einige Tracks strahlen in einem anderen Licht, was auch dieses Konvolut interessant macht.

Fazit: Sicherlich nicht die aufregendste Veröffentlichung des Jahres, dennoch eine starke und professionell gespielte Songsammlung für Sixties Psych-Freunde.