Review: The Coathangers – Parasite EP

Die Coathangers zeigen sich auf ihrer neuen „Parasite EP“ variantenreicher und nuancierter. Noise-Punk ist es dennoch geblieben.

Die „Parasite EP“ (Suicide Squeeze Records) der Coathangers ist im Trubel der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten entstanden. Schon die Songtitel deuten darauf hin, dass die Noise-Punks auf Atlanta eine eindeutige Meinung zu den Irrungen haben. Das beiseite, zeigt die EP die Band zu ihrem zehnjährigen Jubiläum an einem Punkt, wo es sich zu hinterfragen gilt.

Etwas Aufräumen ist angesagt, Strukturen hinterfragen, den Status Quo zu definieren und zu überlegen, wo es hingeht. Erst vergangenes Jahr haben die Coathangers das Album „Nosebleed Weekend“ veröffentlicht. Darauf zu finden: Mitreißender Noise-Punk, manchmal in Richtung Pop schielend, teils sehr breitbeinig inszeniert.

Auch auf der neuen EP finden sich diese Versatzstücke wieder. Das Titelstück ist ein krachender, wütender Einminüter. „Wipe Out“ führt Handclaps ein und ist etwas melodiöser, während „Captain’s Dead“ ein Sing-a-Long-Track für den Moshpit ist. Soweit so bekannt.

Mit den letzten beiden Songs wird dann der Coathangers-Kosmos erweitert und vielleicht zeigen diese Songs, wohin es in Zukunft gehen soll. Vor allem „Down Down“ gibt Hinweise. Der Song ist eine alternative Version zu dem Track auf „Nosebleed Weekend“ und schneidet alle störenden Geräusche weg. Es bleibt ein ruhiger, surfiger und fokussierter Track zurück. „Drifter“ driftet dann in Western-Gefilde ab und ist sehr stimmungsvoll geraten.

Fazit: The Coathangers wie wir sie gern haben und wie wir sie gerne mögen werden. Die Idee, etwas Fett wegzuschneiden, steht den Punks gut.