Review: The Black Angels – Death Song

Selbstreinigung und Neubeginn: Die Black Angels kehren zurück zum wuchtigem Psych und laden die Fleet Foxes zu Kaffee und Kuchen.

2016 war kein gutes Jahr für die Black Angels. Ihr Levitation-Festival musste aufgrund von schlechtem Wetter abgesagt werden und etwas später auch die 2017er-Ausgabe gecancelt werden. Dann wurde noch Donald Trump US-Präsident, was im Hinblick auf angekündigte Kulturkürzungen eine schlechte Nachricht für jeden Künstler bedeutet. Unter diesem Eindruck entstand das neue Album „Death Song„.

Man könnte meinen, eine düstere Platte zu erhalten. Tatsächlich war der Vorgänger „Indigo Meadow“ von einigen Fans als zu wenig drückend kritisiert worden und es wurde beinahe schon von einem Weichspülersound gesprochen. Die Black Angels haben sich für die Platte Phil Ek geholt, den Haus- und Hofproduzenten der Fleet Foxes. Oha, das muss ja für einen soften Sound sprechen, doch Ek hat ja auch schon Big Business im Studio gehabt. Und so kann man sich „Death Song“ dann auch vorstellen: Ruhige Passagen werden von Gitarrenausbrüchen abgelöst, Schmerz und dann Linderung.

„Half Believing“ sei da das Paradebeispiel. Der Song beginnt einfühlsam, Alex Maas singt ganz nah am Ohr, dann kommt der wuchtige Black-Angels-Psych durch. Ähnlich „I’d Kill for Her“, ein epischer Song, den wohl die Black Angels nur so hinkriegen.

„Comanche Moon“ führt dann die klassische 13th-Floor-Elevators-Referenz ein, die mit „Grab As Much (As You Can)“ fortgeführt wird. „Estimate“ fällt etwas aus dem Rahmen, hier klingt die Band tatsächlich wie die Fleet Floxes, was jedoch nichts Schlimmes sein muss.

Die zweite Hälfte der Platte gerät in der Tat etwas schwächer. Die Wucht geht im Sound verloren, die Platte klingt mit dem Double „Death March“/“Life Song“ langsam und voller Hoffnung aus.

Fazit: Es ist nicht ihre beste Platte, aber dennoch knüpfen die Black Angels, zumindest stellenweise, an frühere Großtaten an. Und es ist ein Album Album – muss am Stück gehört werden.