Review: Taos Humm – Flute of the Noodle Bender

Experimenteller Psych aus England: Taos Humm legen mit ihrem neuen Album ein vielköpfiges Monstrum vor.

Was gibt es zum Thema Psych 2017 noch zu sagen? Die Sechziger und Siebziger wurden ausgiebig adaptiert, die Wall of Sounds immer höher gestapelt und Instrumente aller Art ausprobiert. Wer dem Genre müde ist, dem können Taos Humm aus Bristol helfen. Mit „Flute of the Noodle Bender“ haben sie ein neues Album veröffentlicht, das so abwechslungsreich und ungewöhnlich ist, dass jeder Gelangweilte die Ohren spitzen darf.

Butthole Surfers im Hinterkopf

Das Album kommt via Stolen Body Records/Howling Owl, zwei gute Adressen für modernen und eigenständigen Psych. Der Titel des Albums von Taos Humm, „Flute of the Noodle Bender“, zeigt schon ein bisschen, in welche Richtigung es geht. Da steht schon mehr als deutlich in Gaga-Buchstaben „Butthole Surfers“ drauf – und das ist auch drin.

Weirder Psych, komische Stimmen, endlose Loops und Feedbacks, das erwartet den Hörer auf der Platte. „RC“ ist scheppernd eiernder Surf-Psych und, genauso wie „Scarlett You’re Handsome“, ein Neuaufnahme eines älteren Songs. Minimalistisch schrägen Noise Rock gibt es auf „Hi Hats Are For Post Punk Heroes“, das in das zurückhaltende „BLUHr“ mündet.

Thee oh Sees hinter der Ecke

Zur Mitte der Platte wird es lauter: „Velociraptortoise“ ist hektisch, schlägt Haken, „Scarlett“ startet mit Feedback-Gewitter und wird dann zu einem Psych-Rock-Kracher. „OOO OOO OOO“ ist purer Garage Punk und bei „BB“ lugen die Thee oh Sees um die Ecke. Nach dem sehr experimentellen „Tapestar“ klingt das Album mit „Son Song“ langsam aus

Man sollte es trotz der Re-Recordings nicht meinen, aber die Platte ist wie aus einem Guß. Und es ist ein Album Album, heißt: Am Stück erlebt entfaltet sich das Fantastische.

Fazit: Die Butthole Surfers hätten an Taos Humm ihre Freude. Weirdo Psych, wie man ihn besser nicht machen kann.