Review: Sunn O))) – Life Metal

Die Meister des gepflegten Dröhnens schaufeln sich frei, kürzen die Gästeliste und legen hellere Töne an.

Greg Anderson gab an, dass seine Vaterschaft ihn dazu gebracht habe, Dinge anders zu sehen. Die neu gewonnene Selbstlosigkeit wirke sich auf alle Teile seines Lebens aus, auch auf die Art, wie er seine Musik schreibe. Zusammen mit Stephen O’Malley legte er daraufhin die neue Platte des Drone-Projekts Sunn O))) wärmer, heller und spielerischer an.

Life Metal“ (Southern Lord) ist der erste Teil eines Zwillingsrelease, „Pyroclasts“ folgt im Laufe des Jahres. Produziert wurde von Steve Albini auf analogem Equipment. Dadurch entsteht eine unglaubliche Detailfülle.

Man meint jeden Gitarrengriff, jede angeschlagene Taste und jedes Streichen über das Cello fühlen zu können. Für das achte Album der Band aus Seattle wurde auch die Gästeliste entschlackt.

Dabei wurde auf Metal-Personal verzichtet. Tom Midyett (Silkworm / Bass) und T.O.S. Nieuwenhuizen (God / Moog) sind eher im Indie Rock bzw. Stoner beheimatet. Hildur Guðnadóttir ist für Soundtrack-Arbeiten bekannt, hatte etwa mit Jóhann Jóhannsson gearbeitet und dort schon ihr Händchen für pumpende Sounds bewiesen.

Dazu kommt Anthony Petras, der die Orgel aus der Schlosskapelle Solitude in Stuttgart in „Troubled Air“ einbringt und dort den Song licht öffnet.

Schon das einführende „Between Sleipnir’s Breathe“ ist mächtig und unruhig, aber sanft. Guðnadóttir spricht angenehme Zeilen und bringt damit liebliche Momente in das Universum.

„Aurora“ ist ein Duell zwischen O’Malley und Anderson. Auf „Novæ“ tänzeln sie dann um Guðnadóttirs Cello herum, überlassen ihr dann den Vortritt.

Fazit: Sehr nahe, deutlich fühlbar.

8.6

8.6/10
It's only fair to share...Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Pin on Pinterest
Pinterest
Email this to someone
email
Share on Tumblr
Tumblr