Review: Sunflowers – Endless Voyage

Die portugiesische Garage Psych-Band übergibt die Krone an die Maschinen.

2018 gelang den Sunflowers mit „Castle Spell“ der große Wurf. Es war punkiger, wilder, antreibender Garage Psych und wurde zu unserer Platte des Jahres. Nun veröffentlichen die Portugiesen ihr drittes Album.

Endless Voyage“ (Stolen Body / Only Lovers) liegt ein Konzept zugrunde. Es geht um das Ende der Welt, der Aufstand der Maschinen ist gekommen, wir leben im Chaos. Ein dystopisches Gesamtbild also, das wir in letzter Zeit von so vielen Bands bekommen haben. Verlockt die heutige Zeit zu so etwas?

„Endless Voyage“ gehorcht seinem Inhalt und legt als musikalische Verpackung Computer-Sounds an. Schräge Synthies, 8-Bit-Samples und etwas, das wie die Keyboard-Beispielsmusik klingt, tauchen auf. Lange muss man nach dem ersten Track, der sich nach vorherigen Sunflowers anfühlt, suchen.

„Defective Machine“ beginnt roboterhaft, die Gitarre übernimmt dann, es wird rockiger, bleibt aber instrumental. Erst mit „A Conflict Taking Place“ gibt es einen richtigen Rock-Song und hier zeigen die Sunflowers ihre Größe. Ein fantastischer Track, der zunächst antreibt, dann abdriftet.

Die Interlude-Spielereien nerven nicht, sie unterstützen die Stimmung. Wir freuen uns aber, wenn Gitarre, Bass und Schlagzeug loslegen. Wie etwa auf dem krachenden „Dreamweaver“ oder dem abgefahrenen „Oscillations“. „Endless Voyage I“ ist wundervoller Psych, geht dann in ein brummendes Experiment über. Die Roboter haben die Oberhand, ergeben wir uns.

Fazit: An vielen Stellen ganz hervorragend.

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