Review: Spiny Normen – dto.

RidingEasy Records gräbt ein verschollenes Psych-Prog-Juwel aus. Die Platte klingt so, als hätten die Butthole Surfers sehr wohl davon gewusst.

Mitte der 1970er trafen sich in Houston einige Teenager, hingen ab, konsumierten und spielten mit ihren Instrumenten herum. Diverse Gäste stießen hinzu, neu erlernte Instrumente wurden eingebracht und Songs geformt. Die Ergebnisse wurden aufgenommen, aber nie veröffentlicht.

Die Rede ist von Spiny Normen, eine Band, die von RidingEasy Records entdeckt wurde. Das Label begibt sich in regelmäßigen Abständen auf Schatzsuche und veröffentlicht die geschürften Nuggets auf ihrer Compilation-Reihe „Brown Acid“. Im Falle von Spiny Normen wurde gar ein ganzes, bisher unveröffentlichtes Album zu Tage befördert.

Die Band war von 1976 bis 1978 aktiv. Aus dieser Zeit stammen die Songs auf dem nun vorliegenden Release. Die Tracks sind dabei sehr unterschiedlich, bewegen sich aber in der Grundstruktur irgendwo zwischen Black Sabbath und King Crimson. Mal hört sich das proggiger, dann wieder driftend psychiger an.

Das eröffnende „Arrowhead“ ist proggig und sehr schräg, hat aber auch Psych Rock-Nuancen aufzuweisen. Das experimentelle „Wrecko Wild Man Ride“ lässt die Fragen offen: Haben die Butthole Surfers von den Aufnahmen gewusst? Übersteuerter Gesang, wilde Jam-Parts, das erinnert schon sehr an die Surfers.

Insgesamt hält die Platte sehr viele Skizzen und Experimente bereit, Flöten und Orgeln mischen sich ein, der Gesang wird mit Effekten beladen. Auf „The MonkeyWeasel“ erhalten wir Primus-artigen Sprechgesang auf Prog Rock. „In The Darkness of Night“ lädt zu einem irren Trip ein. Relativ straight geht es mit „Carry Your Water“ und „The Bell Park Loon“ in Richtung Psych Rock.

Fazit: Ihrer Zeit voraus? Ja, sicherlich.

7.6

Fazit

7.6/10
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