Review: Spice Boys – Glade

Die schwedischen Garage Punks haben ein wendiges und verspieltes Debütalbum vorgelegt.

Eigentlich war „Glade“ (PNKSLM) bereits im Juli 2016 fertig. Innerhalb eines Wochenendes war das Ding eingespielt. Doch die Spice Boys aus dem schwedischen Umeå nahmen sich noch etwas mehr Zeit für ihr Debütalbum. Sie spielten Stellen neu ein und feilten am Mix. Einerseits waren die Songs also schnell eingeknüppelt, dann wurde ewig darüber poliert. Und das passt auch zum Hörerlebnis.

Man hat es hier mit einer Garage-Punk-Platte zu tun. Bedeutet: Das Tempo ist zumeist hoch, die Gitarren sind schräg und alles ist etwas LoFi. Doch nach mehrmaligen Hören entdeckt man die einzelnen Schichten, die aufgetragen wurden. Parts werden verdichtet, da ein kurzes Aufkreischen dort ein Schrammeln im Hintergrund.

Prinzipiell orientieren sich die Spice Boys an den aktuelleren Aufnahmen der Oh Sees. Atemlos geht es in etwa gleich auf dem Einstiegstrack „Spice City Boys“ zu. Danach mag man sich im Alternative Rock mit einem 90ies-Kickback wähnen, wird dann aber wieder in die warme LoFi-Stube gezogen.

Heruntergeschrammelte Songs, wie etwa „Swish“ und „Cities“, werden von anspruchsvolleren Garage-Pop-Nummern („Can’t Turn Back“) ergänzt. Etwas King Gizzard-Prog gibt es mit „Vessel“. Surfig wird es mit „Citrus Blossom“ und Western-Style a la Black Lips erhalten wir mit „Pizza Flavoured Kisses“.

Zum Abschluss hält mit „Mirages“ etwas Psych Einzug. Das bisher hohe Tempo wird zurückgeschraubt und die Dicht erhöht.

Fazit: Abwechslungsreiches und sehr starkes Debüt. 13 Songs, die im Rahmen des Genre bleiben, sich aber dennoch nicht wiederholen.