Review: Sonic Boom – All Things Being Equal

Peter Kember legt sein erstes Sonic-Boom-Album seit 30 Jahren vor. Er führt uns elegant durch seinen Synthie-Showroom.

In den Liner Notes zu „All Things Being Equal“ (Carpark) stehen elf elektronische Geräte, dazu wird den Menschen gedankt, die diese bereitgestellt hatten. Das erste Soloalbum seit dem 1990er „Spectrum“ von Peter Kember aka Sonic Boom gerät zu einer Leistungsschau.

Diverse Schichten werden etabliert, die Klänge schwirren durch den Raum und füllen jede Ecke. Der Gesang ist nebensächlich, darf sich an einigen Stellen in das Soundspektrum einfügen, wirkt dann wieder wie ein Fremdkörper.

Peter Kember hatte einst die einflussreichen Spacemen 3 gegründet. In den vergangenen Jahren machte sich der Engländer mit eigenen Stücken rar, verlegte sich auf die Produktion.

Die Songs auf „All Things Being Equal“ entstanden bereits 2015, reiften über die Jahre. Die Liebe fürs Detail war es wohl, die für den langen Prozess gesorgt hat.

Jedenfalls stehen uns zehn Songs zur Verfügung, die oft über die Sechs-Minuten-Marke hinausgehen. Sonic Boom nimmt sich Zeit, die Sounds können sich entfalten.

Schön, wie sie auf „Just Imagine“ dunkle Ecken ausleuchten. Toll, wie sie uns auf „Just a Little Piece Of Me“ beruhigen. Hier taucht sogar ein Mensch auf der Gästeliste auf: Panda Bear.

Mit dem Spoken Word-Beitrag „Spinning Coins and Wishing On Clovers“ ist es mit der Gemütlichkeit vorbei. Es wird düsterer, eindringlicher. „My Echo, My Shadow and Me“ verzerrt die Stimme, gerät aufwühlend.

„The Way That You Live“ setzt großartig Sanftes auf Peitschendes. Bei „Tawkin Tekno“ spüren wir Kraftwerk. Das abschließende „I Feel a Change Coming On“ featured Britta Phillips am Bass, setzt sich zwischen flächigen und antreibenden Beats.

Fazit: Reich an Ideen, frisch im Klang.

7.9

7.9/10
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