Review: Shannon & the Clams – Onion

Für ihr fünftes Album hat sich die kalifornische Garage-Rock-Band einen wärmeren Sound verpasst. Steht ihr gut.

Am 2. Dezember 2016 ereignete sich in Oakland eine Tragödie. In der umgebauten Lagerhalle „Ghost Ship“ brach ein Feuer aus, 36 Menschen starben. Shannon & the Clams waren geschockt, hatten sie doch einst ihre Karriere in ebensolchen Lagerhallen begonnen. Sie gaben Benefizkonzerte und halfen den Hinterbliebenen. Die Ereignisse schlugen sich auch auf das Songwriting zu ihrem neuen Album „Onion“ (Easy Eye Sound) nieder.

Es ist kein trauriges Album geworden. Vielmehr versuchen Shannon Shaw und Cody Blanchard in ihren Liedern, die Zeit im Underground Revue passieren zu lassen und Hoffnung zu versprühen.

Produzent und Easy Eye Sound-Boss Dan Auerbach, der zudem noch Frontman der Black Keys ist, hat der fünften Platte der Band einen sehr warmen Sound verpasst und damit etwas die Garage-Rock-Kanten früherer Trage geglättet. Die Grundzutaten sind weiterhin Surf-Gitarren, Doo-Wop-Elemente und Girls-Group-Anleihen. Manchmal klingt die Band euphorisch, dann wieder leicht melancholisch.

Blanchard und Shaw wechseln sich am Mikrofon ab. Beide tragen ihre Songs voller Inbrunst vor und setzen auf Sing-a-Long-Texte für die Live-Situation.

„The Boy“ eröffnet die Platte mit sehr melodischem Doo Wop. „It’s Gonna Go Away“ lehnt sich an den Girl Group-Sound der 1950er an und ist leicht schräg. Feinen Sixties Rock’n’Roll gibt es mit „Backstreets“.

Eleganten, leicht garagigen Groove halten „If You Could Know“ und „I Never Wanted Love“ bereit. Das Titellied ist klasse Rock’n’Roll mit toller Melodie. Nach dem zurückgelehnten „Did You Love Me“ wird es hektischer, bevor dann mit „Tryin'“ das psychige Highlight der Platte kommt. Zum Ausklang gibt es noch einmal gefühlvollen Groove mit „Don’t Close Your Eyes“.

Fazit: Fantastische Retro-Platte, die sehr viel Hitpotenzial hat.

8.3

Fazit

8.3/10