Review: Shannon and the Clams – Year Of The Spider

Retro Rock, glatt, dennoch gefühlsecht.

Schwierige Zeiten liegen hinter Shannon Shaw, der Sängerin/Bassistin von Shannon and the Clams. Das Ghost Ship-Feuer zerstörte ihre Community, die Waldbrände in Kalifornien bedrohte ihre Familie. Ein Einbrecher stieg in ihre Wohnung ein und dann, als man mit den Black Keys auf große Tour gehen wollte, erkrankte ihr Vater an Krebs.

Shaw suchte eine Astrologin auf, die sie darauf verwies, Durga zu beschwören, die hinduistische Gottheit mit den acht Armen. Dabei fiel Shaw ein, dass Spinnen schon seit frühester Kindheit eine Rolle in ihrem Leben spielten. Die Abscheu wich, die Faszination kam. So heißt das sechste Studioalbum von Shannon and the Clams nun „Year Of The Spider“ (Easy Eye Sound).

Tatsächlich überwiegen die nachdenklichen und ruhigen, dabei sehr gefühlvollen Passagen. Immer noch dem Retro-Sound verschrieben arbeitet man sich an Soul, Fifties Pop und Garage Rock. Früher surfig und LoFi, ist die Produktion längst klar und barock, dennoch weiterhin ansprechend. Punkig halt nicht mehr.

Egal, es gibt tolle Songs, das sollte ja alle befriedigen. Das spooky „Midnight Wine“ etwa mit seinem fantastischen coolen Garage’n’Roll etwa. Oder das soulige „Mary, Don’t Go“ mit dem packenden Outro.

„I Need You Bad“ ist so voller Emotionen, „Flowers Will Return“ ebenso, aber halt auch so leichtfüßig. „Leaves Fall Again“ galoppiert ungestüm, „Vanishing“ schwingt gemütlich dem Ende entgegen.

Super Songwriter, die von Shannon and the Clams. Damit wischt man das zu viel an Politur locker weg.

Fazit: Charmant.

Shannon and the Clams - Year Of The Spider

8.2

8.2/10
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