Review: shame – Drunk Tank Pink

Die englische Post Punk gestaltet ihr zweites Album wilder, nachdenklicher und ausgefeilter.

Kaum den Teenager-Alter entwachsen lieferten shame 2018 mit dem Debüt „Songs of Praise“ vielbeachteten Post Punk. Schnell war man die Darlings der Rock-Welt, hetzte von Konzert zu Konzert.

Wie damit umgehen? Die Mitglieder wählten Party oder Selbstisolation. Diese Ansätze treten auf der neuen Platte „Drunk Tank Pink“ (Dead Oceans) deutlich hervor. Während sich Gitarrist Sean Coyle-Smith daran machte, seine musikalische Herangehensweise gründlich zu überdenken, warf sich Sänger Charlie Steen ins Getümmel. Bierseligkeit trifft auf detaillierte Konstruktionen.

Das furiose „6/1“ wirkt etwa nach trunkenem Gerangel, während auf „March Day“ die Disco gefüllt wird. Der Post Punk wird in eher noiseige, vertrackte Gefilde gelockt. Dort hat er ordentlich Zeit, sich auszuprobieren. „Great Dog“ versucht kreischend, „Water in the Well“ beschwingt die Welt einzureißen.

Jeder Song geht einen leicht anderen Weg, dennoch wirkt die Platte sehr homogen. In „Snow Day“ findet man einen Höhepunkt, in „Human, for a Minute“ einen stimmungstechnischen Tiefpunkt. Das ist mehr arty als indie und sicherlich schwieriger zu greifen, als das Debüt. Was jetzt fantastischer ist, darüber lässt es sich streiten. Fakt ist, dass shame eine beachtenswerte Band bleiben.

Fazit: Akribisch und räudig zugleich.

8.6

8.6/10
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