Review: Shadowgraphs – Venomous Blossoms

Die Shadowgraphs umarmen auf ihrem Debüt den Sixties Psych und wissen auch dem Bossa Nova Neues abzugewinnen.

Wer modern interpretierten Sixties Psych im Stile der Zombies oder „Revolver“-Beatles mag, der kommt momentan kaum hinterher mit dem Plattenkaufen. Neuester Eintrag: Shadowgraphs aus North Carolina. Die Band hat ihr Debüt-Album „Venomous Blossoms“ genannt und via Golden Brown veröffentlicht. Darauf zu finden: Sixties Psych, Tropical, Reverb und Bossa Nova. Klingt nach einer tollen Mischung, sehen wir uns das im Detail an.

Bryan Olson und Charles Glade sind die Köpfe hinter Shadowgraphs und haben die Platte im eigenen Studio aufgenommen. Offensichtlich haben sie hier alles aus der Schublade „Psychedelische Musik der 1960er-Jahre“ herausgeholt, was möglich ist.

Der Einstieg gerät mit „Countryside“ recht klassisch. Da schimmern die Zombies durch, das ist ein netter, harmloser aber wunderschöner Song. Lounge-Musik gibt es dann mit „Interstellar“. Ein Roger-Moore-Bond hätte diesen Song sicherlich gerne im Soundtrack gehabt. „Space Medusa“ ist etwas hektischer und rockiger geraten. Mit „Eastern Holiday“ hält etwas Spaghetti-Western Einzug.

„Hit of the Truth“ und „Scarlet Tunic“ rufen dann die 13th Floor Elevators herbei. Zwei sehr treibende und psychige Rocknummern, die das Spektrum erweitern. Der Abschluss „Bossa Supernova“ ist genau das, was der Titel verspricht: Bossa Nova etwas spaciger interpretiert.

Fazit: Alles was die Sixties an alternativer Musik zu bieten hatten wird hier neu aufbereitet. Klingt fade, ist aber insgesamt ein wohlklingendes, stellenweise abgefahrenes Album geworden.