Review: Ryley Walker – The Lillywhite Sessions

Der Psych-Folker interpretiert ein verlorenes Album der Dave Matthews Band neu.

Ende 1999 / Anfang 2000 nahm die Dave Matthews Band zusammen mit Steve Lillywhite eine Platte auf, die vom Label abgelehnt wurde. Später tauchten diese Aufnahmen dann doch auf. Sie zeigten eine etwas unpoppigere Seite der Band und die Fans feierten die Sessions dafür.

Nun nimmt sich Ryley Walker diesem Stück Musikgeschichte auf „The Lillywhite Sessions“ (Dead Oceans) an. Warum die Dave Matthews Band? Vielleicht weil der Mann aus Chicago einen Hang zum Obskurem hat?

Dies bewies auch schon sein im Mai dieses Jahres veröffentlichtes Album „Deafman Glance“. Wunderbare Folk-Melodien führt er ins Absurde. Man schwelgt, plötzlich zieht Walker einem den Boden unter den Füßen weg.

Auch „The Lillywhite Sessions“ wissen zu überraschen. Walker hält sich an die ursprüngliche Tracklist und fängt den oft sehr sanften, leicht melancholischen Vibe gut ein.

Doch er drillt einige Tracks mehr in Richtung komplexen Jazz, wie etwa das sehr stimmungsvolle „Grey Street“. Auch „Busted Stuff“ gerät nach gefühlvollem Beginn etwas vertrackter.

„JTR“ dehnt er auf zehn Minuten, wobei ab dem Zwischenteil die Experimente regieren. Gänzlich zerschreddert er „Monkey Man“.

„Bartender“ pendelt zwischen zart und wuchtig. Mit die beste Nummer der Platte. Der Großteil ist sehr direkt und klar, dabei immer sehr einfühlsam.

Fazit: Gelungene Neuinterpretation.

8.3

Fazit

8.3/10