Review: Ryley Walker – Course In Fable

Fuck, was für eine tolle Prog-Jazz-Folk-Platte.

Untätig war Ryley Walker in letzter Zeit ja nicht. Der Wahl-New Yorker veröffentlichte Alben mit Kendra Amalie, Steve Gunn und Charles Rumback, brachte seinen Jam mit Kikagaku Moyo heraus und vertonte The Lillywhite Sessions der Dave Matthews Band neu.

Auf ein „echtes“ Soloalbum musste man aber warten. Drei Jahre sind seit „Deafman Glance“ vergangen. Eine Zeit, in der sich Walker eben stark ausprobierte. Neben psychedelischem Rock frönte er dem Experiment. Zusammengemischt ergibt dies das neue, insgesamt fünfte, Soloalbum „Course In Fable“ (Husky Pants).

Es mischen u.a. die Altmeister John McEntire und Bill MacKay mit, die einen ausgefeilten Gitarrensound herzustellen vermögen. Walker orientiert sich am Folk der 1970er und am jazzigen Indie der 1990er. Dazu gibt es proggige Nuancen und viele Stolperfallen.

Den poetischen Zeilen wohnt dabei immer gerne ein „Fuck“ inne, Absurditäten stehen neben den großen Gefühlen. Dies wird auch im Sound aufgenommen. Gewaltig startet der Opener „Striking Down Your Big Premiere“, der dann immer ruhiger und gefühlvoller wird, dabei stets komplex bleibt. Der Zartheit stellt Walker eine flirrende Gitarre entgegen.

„Fuck me I’m alive“ heißt es dann auf „Rang Dizzy“. Die Streicher streichen wundervoll über eine folkige Nummer. Hier erlebt man Walker am zugänglichsten. „A Lenticular Sleep“ und „Pond Scum Ocean“ sind lange, jazzige Stücke mit vielen Wendungen, manchmal fließend, dann galoppierend, dann wieder unruhig.

„Axis Bent“ ist beinahe laut, gegen Ende sehr frei. „Shiva With Dustpan“ weist dann dramatische Züge auf, die nie ganz ausgelebt werden. Zurückhaltung ist das Gebot.

Fazit: Arty und wertvoll.

Ryley Walker - Course In Fable

8.7

8.7/10
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