Review: RMFTM – The Bestial Light

Neustart bei den Holländern, der nicht bedeutet, dass sie weniger gnadenlos wären.

Die „Subversive“-Trilogie liegt hinter RMFTM, Zeit für neue Klänge. Auf dem abschließenden Teil „De Spelende Mens“ ergab man sich in elektronischen Spielereien, die stets unbequem, aber immer spannend waren.

Die neue Platte „The Bestial Light“ (Fuzz Club) markiert nun einen Neustart. Joep Schmitz (Drums) und Harm Neidig (Gesang, Saxofon) stießen zur Band. Binnen weniger als zwei Wochen wurde das Album in intensiven Sessions zusammen mit dem Stammproduzenten Bob de Wit eingespielt.

Die Eindringlichkeit spürt man im Sound. RMFTM bleiben dem Unangenehmen verpflichtet, schwenken hier aber verstärkt auf wuchtigen, behäbigen Noise Rock der Marke Swans um. Die Platte ist beinahe unerträglich, im positiven Sinne.

Die Holländer schaben sich Stück für Stück in den Schädel hinein. Dort hinterlassen sie Spuren, die nie mehr verheilen. So schnell kann man das Gehörte nicht mehr wegwischen.

Gleich „Breeding“ ist alptraumhaft, der Heavy Rock wird mit Industrial gepaart. Alles was Krach macht, ist erwünscht. Dazu gibt es punkigen Gesang und sehr harte Minuten.

Auch „Piss christ“ kommt sehr hart daher. Behäbiger gibt sich das folgende „Sacred cunt of the universe“, das schräge Saxofon übernimmt, zügelt das Poltern.

Es folgt gnadenloser Noise Rock, der sich in einen unbarmherzigen Titeltrack ergießt. Acht Minuten lang wird die Spannung aufrecht erhalten. „Self“ schwebt über stacheliges Feld, „Pleasure“ bringt den Punk zurück. Schlussendlich vernichtet uns „Levelling dust“.

Fazit: In seiner Perfektion schwer zu überbieten. In seiner Unerbittlichkeit ebenso.

9.1

9.1/10
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