Review: Osees – Protean Threat

Verkopfter, dennoch schnell zum Punkt kommender Garage Psych Prog.

Im Nachklang zur ewigen Jam-Session „Face Stabber“ sagte Osees-Bandleader John Dwyer, dass ihm sehr wohl bewusst sei, dass die Platte recht ausführlich geraten wäre. Es folgte eine Umbenennung von Oh Sees zu Osees und jetzt liegt der Nachfolger „Protean Threat“ (Castle Face) vor.

Vorweg: Das Album ist weitaus kürzer, kommt bei 13 Tracks in etwas über einen halben Stunde ins Ziel. Dennoch erweisen sich die Songs als ungeheuer vielseitig. Sie sind vertrackt, mit vielen kleinen Gimmicks ausgestattet.

Wir erleben in etwa einen Fingerzeig auf die In The Red-Thee Oh Sees der beginnenden 2010er, die später eingeschlagene Prog-Richtung nicht ignorierend. Da ist kantiger Fuzz Punk, da sind zerfahrene Nummern.

„Scramble Suit II“ und „Dreary Nonsense“ legen eben den Eindruck, man habe sich auf knackigen Garage Rock besonnen. Doch schon „Upbeat Ritual“ begibt sich näher zu „Face Stabber“. Auch Einflüsse aus dem jazzigen Bent Arcana-Projekt werden offensichtlich.

Erleben wir die stärksten Osees aller Zeiten? Manche Songs sind sicherlich herausragend. Das cool wummernde „Red Study“ ist großartig, das knarzende „Toadstool“ eine Offenbarung. Die Synthies auf „Canopnr ’74“: zum Niederknien.

Dennoch überhäuft „Protean Threat“ mit Eindrücken. Entschlackte Nummern, wie das punkige „Terminal Jape“ wirken daher erfrischend, sind aber selten. John Dwyer ist mit seiner aktuellen Mannschaft perfekt zusammengewachsen und schöpft aus dem Vollen. Es sind allesamt tolle Musiker, die sich dessen auch bewusst sind. Und vielleicht ist das das Problem einer insgesamt doch eher fantastischen Platte.

Fazit: Das aktuelle Line-Up der Band auf dem Höhepunkt, aber auch sehr in sich vertieft. Ist das Math Psych?

8.7

8.7/10
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