Review: ORB – Naturality

Die australische Prog-Psych-Band zeigt auf ihrer neuen Platte erneut, wie versiert sie ist.

King Gizzard & The Lizard Wizard haben in ihrem Welteroberungssog gleich mehrere Bands dazu inspieriert, ausgefeilten Prog-Sound mit Psych-Elementen zu machen. ORB sind Landsleute von King Gizzard und setzen genau auf diese Mischung. Knapp ein Jahr nach „Birth“ veröffentlichen sie nun „Naturality“ (Flightless Records/Castle Face Records).

Die Platte ist ungeheuer variantenreich. Kein Song läuft einfach so durch und präsentiert den immerselben Trick über die gesamte Laufzeit. Es gibt extrem viele Stilwechsel, der Rhyhtmus wird permanent variiert. Selbst auf knappen Tracks wird in dreieinhalb Minuten eine ganze Galaxie an Sounds gepackt.

Thematisch orientiert man sich an SciFi-Fantasy, ganz genauso wie das große Vorbild zuletzt auf „Murder of the Universe„. „Immortal Tortoise“ etwa, der wuchtigen Prog-Psych einsetzt. Oder das doomige „Flying Sorcerer“. Zunächst starten wir aber mit „Hazelwart“ in das Album. Fiepsige Synthies mutieren zu einer Rock-Oper. Wir finden diese Synthies wieder als Fade-Out auf dem letzten Track „Rainbow’s End“. Eine Klammer haben sie also auch noch zu bieten, nett.

Bei „A Man In The Sand“ erhalten wir Garage-Rock mit Sixties-Einschlag, was dann sehr an Ty Segall erinnert. „You Are Right“ ist sehr temporeich und wild. Das Herzstück des Albums ist das fast neunminütige „O.R.B.“, das zunächst im Doom beheimatet ist und dann zu einem wunderbaren Fuzz-Jam ausbricht.

Fazit: Absolut großartige Platte zum unendlich oft Durchhören.