Review: OCS – Memory of a Cut Off Head

Zuletzt als Oh Sees betitelt kehrt John Dwyer für die neue Platte seines Projekts wieder zu OCS zurück. Auch soundtechnisch begibt er sich an den Anfang.

1997 begann John Dwyer mit seinem Projekt Orinoka Crash Suite, das dann 2003 mit dem Debütalbum „1“ zu OCS wurde. 2003 war vom krachenden Garage-Rock-Sound noch nichts zu spüren. Vielmehr bestand der Sound aus Weird Folk und Soundexperimenten. Erst mit der Umbenennung zu Thee Oh Sees und der Veröffentlichung von „The Master’s Bedroom Is Worth Spending A Night In“ im Jahre 2008 zeigte sich die Band im Gewand, das wir heute noch kennen.

Zum 20-jährigen Bandjubiläum kehrt Dwyer zum Namen OCS zurück und bringt die Platte „Memory of a Cut Off Head“ (Castle Face Records) auf den Markt. Seine langjährige Wegbegleiterin Brigid Dawson erhält hierbei viel Raum und singt einige Songs solo, wie etwas das fantastische „The Fool“ oder die überragende Schlussnummer „Lift A Finger By The Garden Path“.

Soundtechnisch werden die Anfänge aufgenommen, wenn auch weniger experimentell vorgegangen wird. Es liegt Folk mit etwas Country-Einschlag zu Grunde, über den stellenweise Streicher und Flöten, dann wieder Schwurbel-Sounds gelegt werden. Garage Rock taucht an keiner Stelle auf.

So ist dies eine sehr zarte, verträumte Platte geworden. Wer von der anderen Dwyer-Platte aus diesem Jahr, „Orc“ als Oh Sees veröffentlicht, noch ordentlich durchgeschüttelt ist, wird hier seinen Ruhepol finden.

Fazit: Wunderbar warme und leichte Platte, ein reinigender Spaziergang.