Review: No Age – Snares Like a Haircut

Nach fünf Jahren kehrt das Punk-Duo aus Los Angeles mit einer frischen und mitreißenden Platte zurück.

Pause. Zur Ruhe kommen, durchatmen, sich um andere Dinge kümmern. Wie etwa um den Nachwuchs. Den Sound überprüfen und eventuell neu justieren. Randy Randall und Dean Allen Spunt von No Age nahmen sich seit ihrer letzten Veröffentlichung eine fünfjährige Auszeit. Jetzt sind sie mit einer neuen Platte zurück.

Das Punk-Duo aus Los Angeles wechselte für „Snares Like A Haircut“ von Sub Pop zu Drag City. Es ist die insgesamt fünfte Platte, die erste seit dem 2013er „An Object“. No Age haben seitdem ihren Sound etwas gereinigt. Das hat dazu geführt, dass „Snares Like A Haircut“ ungemein frisch klingt.

Auf „An Object“ gab es schnellen California Punk, der gerne in Richtung Noise ausschlug und viele Störgeräusche beinhaltete. Nun dominieren die cleanen, straighten Songs.

Gleich zum Einstieg gibt es drei Songs mit sehr hohem Tempo und dichter Atmosphäre. Erst „Send Me“ nimmt sich etwas mehr zurück und breitet sich beinahe episch aus. Der Titeltrack bietet dann einen Break und arbeitet mit experimentellen Sounds.

Dann folgt „Tidal“ und damit der noisigste Eintrag der Platte. Das hitverdächtige „Soft Collar Fad“ läutet die Rückkehr des schnellen Punks ein, bevor mit „Third Grade Rave“ ein weiteres Experiment folgt. Damit wird wieder Atmosphäre erzeugt, die schlußendlich im psychigen „Primitive Plus“ mündet.

„Snares Like A Haircut“ fühlt sich sehr rund und wohl überlegt an. Die Gefühle schwanken zwischen leichter Verlorenheit und Aufbruchstimmung.

Fazit: Fantastische Comeback-Platte für konzentrierte Stunden vor dem Plattenspieler.

7.6

Fazit

7.6/10