Review: Neil Hamburger – Still Dwelling

Der Anti-Comedian arbeitet sich durch die Musikgeschichte, legt große Gesten an und gibt viel Liebe.

Gregg Turkington alias Neil Hamburger ist in den USA ein geschätzter Komiker, in Europa aber eher weniger bekannt. Er beherrscht die Kunst der Anti-Comedy und wandelt damit auf den Spuren von Andy Kaufman. Indirekt huldigt Hamburgers neues Album „Still Dwelling“ (Drag City) Kaufmans Tony Clifton-Charakter.

Über Phil Spector-artige Arrangements singt Hamburger schräg, dann voller Inbrunst und immer mit viel Gefühl. Neben zwei Eigenkompositionen bearbeitet er dabei Klassiker und Kuriositäten der Musikgeschichte.
So ist etwa „World Without Love“ auf der Platte, eine Lennon-McCartney-Arbeit, die den Beatles-Standard nicht halten konnte und schließlich Peter and Gordon überlassen wurde. Hamburger arbeitet hier mit Tropical Sounds und zeigt sich von seiner wilden Seite.

Erik Paparozzi fungiert als Co-Autor und zeichnet sich für einen sehr kitschigen Ansatz verantwortlich, der an goldene Pop-Zeiten erinnert, als Bombast noch essentiell war.

So wird „Lonely“ von American Music Club mit Streichern und dicken Bläsern angereichert. Völlig episch ist dann „Everything’s Alright“ aus Jesus Christ Superstar. Hätte man es je für möglich gehalten, Mike Patton und Jack Black auf einem Track erleben zu können?

So wahnsinnig die Präsentation, so unfassbar auch die Gästeliste. Neben The Who-Keyboarder John „Rabbit“ Bundrick und Brian Wilson-Wegbegleiter Probyn Gregory sind Doug Gillard (Guided By Voices), Mikael Jorgensen (Wilco) sowie Bar McKinnon (Mr. Bungle) unter den Musikern.

„Homeward Bound“ von Simon & Garfunkel wird zur Country-Nummer, „Sounds of Laughter“ der Hardcore-Band T.S.O.L. zum Funk-Spektakel. Hier geht alles.

Fazit: Ein Album der Superlative.

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8.3

Fazit

8.3/10
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