Review: Negative Scanner – Nose Picker

Die Punks aus Chicago loten auf ihrem zweiten Album erneut Genregrenzen aus. Dabei bleibt alles im Zwei-Minuten-Rahmen.

Negative Scanner haben ihr neues Album sehr minimalistisch angelegt. Im Proberaum wurde „Nose Picker“ (Trouble In Mind Records) eingespielt. Dave Vettraino hat es dann gemischt und Garage Punk-Mastermind Mikey Young gemastered. Erhalten blieb das Unmittelbare, Energievolle und Schräge.

Kaum Zeit fürs Polieren, der nächste Song bitte. Damit blieb die Band aus Chicago beim Ansatz, den sie schon fürs 2015er Debüt gewählt hatte. Perfektion sucht man woanders und genau das macht die Songs so gut.

Es ist das repetitive Element, das sie aus der Masse an Punk-Bands herausstechen lässt. Sie teilten bereits eine Bühne mit den Sleaford Mods und Parallelen zu den Briten bieten sich an. „The Only One“ arbeitet sich etwa stoisch am immer selben Riff ab. Dazu passt das Räudige im Gesang von Rebecca Valeriano-Flores.

Negative Scanner holen alles aus dem Punk-Gerne heraus, was geht. Stets bleibt man dabei unter zwei Minuten, nur das atmosphärische „Shoplifter“ hat Überlänge. Der Titeltrack ist noisy, „6 Ft. Hole“ eher vertrackt.

Ganz groß wird es mit „10 Million Kids“, einem unbarmherzigen Noise Stück. „A Cross“ ist aufpeitschender Garage Rock und ebenfalls großartig.

Fazit: Mit der beste Punk, den man derzeit kriegen kann.

8.3

Fazit

8.3/10