Review: Mr. Elevator – Goodbye, Blue Sky

Die Blumen im Haar von Tomas Dolas sind vertrocknet.

Mr. Elevator ist das Projekt von Tomas Dolas. Früher arbeitete er mit dem Zusatz „& The Brain Hotel“, seit 2017 und „When the Morning Greets You“ heißt es schlicht: Mr. Elevator. Er hat aber weiterhin einiger seiner Freunde mit im Studio. Noch nie wirkte eine Platte aber so sehr als Soloarbeit, wie die aktuelle.

Goodbye, Blue Sky“ (Castle Face) ist das insgesamt dritte Album des Kaliforniers. Mittlerweile ist er als Keyboarder bei den Oh Sees engagiert, lernte also, den wahnwitzigen Space-Psych-Prog von Dwyer & Co. kennen.

Dieser Einfluss hat sich auch auf „Goodbye, Blue Sky“ durchgeschlagen, wenn es hier jedoch weit weniger hektisch zugeht und die Synthie-Klänge klar im Vordergrund stehen. Das Schichten von Sounds, das Kreieren einer Stimmung, das ist neu. Man kann hören, wie sehr Dolas das Stapeln genossen hat.

Zuvor haben wir fröhlichen Sixties Psych von Dolas gehört, jetzt ist die Varianz größer und die Atmosphäre merklich kühler. Das wird gleich mit dem Opener „Waiting“ deutlich, das aus den 1980ern hereinwabert. Das Stück ist rein instrumental und gerade diese Nummern ohne Gesang markieren die Highlights. Sie wagen viel, kommen damit immer durch.

Wie etwa das an The Knife erinnernde „Kompressor“ das spät in der Platte zum ersten Mal das Tempo anzieht. Oder das wärmere, wenn auch melancholische „Bamboo Forest“.

Die Gesangsstücke sind meistens verträumt. Breite Synthie-Flächen erobern „Love Again“. „Down“ wird nach verschlafenem Beginn dringlich und fantastisch. Der Mut zur Fülle ist da, ummantelt etwa das schöne „Anywhere“.

Fazit: Neues wagen, insgesamt gewinnen.

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