Review: Mint Field – Pasar de las Luces

Die Shoegazer haben ein Rezept gefunden, das funktioniert. Und sie wenden dieses auf jedem Song an.

2015 veröffentlichten Mint Field eine erste EP, mit der sie rückblickend nicht mehr ganz zufrieden sind. „When we recorded Primeras Salidas, it was a homemade album and we didn’t know what we were doing”, so die Mexikaner im Pressetext. Ihr neues Album, „Pasar de las Luces“ (Innovative Leisure), sind sie nun professioneller angegangen.

Über zwei Jahre hinweg hat das Duo aus Tijuana Ideen gesammelt und sie schlußendlich in einem richtigen Studio auf Tape gebannt. Christopher Koltay von Akron/Family produzierte die Platte in Detroit. Tatsächlich hört sich „Pasar de las Luces“ sehr gut und klar an.

Der Shoegaze-Sound von Mint Field kann sich gut entfalten. Ruhige Parts klingen zerbrechlich, harte Stellen wuchtig. Der Gesang ist sirenenhaft und in viel Reverb eingepackt. Soundtechnisch also ganz vorne, nur das Songwriting hinkt etwas hinterher.

Denn Mint Field zelebrieren immer denselben Trick. Nach einem sehr ruhigen Beginn arbeiten sich harte Gitarren hinein, die teilweise chaotisch ausbrechen. Dann ebbt der Sturm ab und der Track trudelt ruhig aus. Dieses Stilmittel kommt auf beinahe allen der 13 Tracks zum Einsatz.

Wie erfreut man ist, wenn ein Song mal nicht diese Rezeptur befolgt. „Temporada De Jacarandas“ darf etwa bedrohlich wabern, während „Quiero Otoño De Nuevo“ ein flottes Tempo vorlegt. Lässt man das experimentelle „Nostalgia“ beiseite, dann sind das die einzigen Ausreißer.

Fazit: Schon sehr guter Shoegaze, leider zu viele Wiederholungen.

6.5

Fazit

6.5/10