Review: Mile Me Deaf – Alien Age

Von Mile Me Deaf kommt das Album, das man von den Flaming Lips schon seit Jahren erhofft.

Mile Me Deaf ist das Projekt des Österreichers Wolfgang Möstl, der außerdem noch bei gefühlten 824 anderen Bands die Finger im Spiel hat, seine bekannteste Arbeit ist wohl die bei den Sex Jams. Mit Mile Me Deaf hat Möstl seit rund acht Jahren beinahe regelmäßig ein Album herausgebracht. Das 2017er-Werk heißt „Alien Age“, erscheint via Siluh Records/Old Flame Records und macht beinahe Alles anders.

Die besseren Flaming Lips

Notgedrungen, wie Möstl in einem „Vice“-Interview sagt. Er brach sich den Finger und musste bei den Aufnahmen die Gitarre beiseite legen und stattdessen mit einem Sampler arbeiten. Ein Glücksfall, möchte man sagen. Nicht das die vorherigen Platten schlecht waren, auf keinen Fall. Es waren tolle LoFi-Indie-Noise-Rock-Alben, die man gerne gehört hat.

Mit „Alien Age“ fügt Möstl jedoch Sounds zusammen, die man nicht erhofft, aber dennoch gebraucht hat. Es sind Space-Pop-Nummern, die sehr an die Flaming Lips oder Tame Impala erinnern. Besser noch: Sie klingen so, wie man möchte, dass die Flaming Lips klingen sollten. Sind die Lips-Stücke mittlerweile völlig versponnen und ohne Strukturen, legt Mile Me Deaf immer ein Grundthema ab, um das sich die Songs entfalten können.

Besser gehts nicht

Das funktioniert besonders gut beim Einstieg, „Invent Anything“, einem formidablen Hit. Oder „Blowout“, das Psych-Pop at its best ist. Die Gitarre kommt nur spärlich zum Einsatz, aber man vermisst sie auch nicht.

Gerade wenn man denkt, man hat den Trick erkannt, kommt mit „Shibuya“ ein weird technoides Stück und mit „One Ark“ etwas Dancehall. Zum Abschluss noch etwas Punk mit „Martian Blood“ und wir haben ein vollkommen unberechenbares, traumhaft schönes Album und ein erstes Highlight 2017.