Review: Mike Donovan – Exurbian Quonset

Eine Platte über Einsamkeit und Hoffnung, die berührt, aber auch Kopfschmerzen bereitet.

Seit über 20 Jahren ist Mike Donovan im Garage Rock-Geschäft, setzte um die 2010er mit den Sic Alps einen wichtigen Meilenstein. Die Band ist schon länger Geschichte. Sein aktuelles Baby heißt The Peacers, zudem gibt es immer wieder Soloplatten.

In diesem Metier scheint den Kalifornier der Arbeitseifer gepackt zu haben. Zwischen seinem Erstling „Wot“ und dem Nachfolger „How To Get Your Record Played In Shops“ lagen fünf Jahre. Jetzt hat er für sein neuestes Werk nur 13 Monate verstreichen lassen.

Exurbian Quonset“ (Drag City) erhielt seinen uncatchy Titel von Donovans Ehefrau, der er das Album widmet. Er erzählt zudem von der Einsamkeit in San Francisco, nachdem ihn seine Gang, u.a. Ty Segall und John Dwyer (Oh Sees), verlassen hat.

Hohe Mietpreise zerstörten die dortige Szene, die nun von Sonny Smith wieder aufgebaut wird. „Wot Do Rich People Do All Day?“ ist ein deutlicher Verweis auf die Lage. Donovan beantwortet die Frage mit einem sehr experimentellen Song, der durch Sprachsamples und Geräusche zu einer nervenaufreibenden Aufgabe wird.

Unbequemes dominiert die Platte, die Donovan komplett im Alleingang eingespielt und aufgenommen hat. „Zone Dome“ kreischt so laut, dass der Kopf hämmert. In den ersten Nummern versteckt Donovan schönen Garage Rock unter Noise-Teppichen. „Wadsworth March“ ist dann zugänglicher.

Reduziert und wundervoll wird es mit „Stone“. Vögel zwitschern, die Natur blüht auf, das Gewitter hat sich verzogen. Auch „B.O.C. Rate Applied“ lässt sich genießen.

Fazit: Aufwühlend, stellenweise zu fiepsend, dann wieder wundervoll.

7.9

7.9/10
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