Review: Mikal Cronin – Seeker

Guter Anfang, schwacher Mittelteil, gutes Ende.

Letztes Jahr kam es in Kalifornien zu massiven Waldbränden. Flächendeckend mussten Menschen ihr Hab und Gut zurücklassen, schlimmstenfalls Angehörige betrauern. Auch Mikal Cronin war zur Flucht gezwungen.

Diese Katastrophe ist nun Thema seiner neuen Platte „Seeker“ (Merge). Übergeordnet handelt sie vom Feuer, das Landschaften zerstört und zur Neugestaltung öffnet.

Es ist die erste Soloarbeit von Cronin seit 2015. Unterstützung bekam er von der Freedom Band, also Ty Segall, Charles Moothart, Shannon Lay, Ben Boye, Emmett Kelly. Zudem konnte er weitere Gäste gewinnen: Heidi Alexander (Earth Girl Helen Brown), Heather Lockie, Emily Elkin, Eric Clark, Jordan Katz, Ryan Weinstein (Cairo Gang), Marc Riordan, William Tyler (Silver Jews).

Mit so viel Personal ermöglicht sich natürlich der Solokünstler einen satten, nuancierten Sound. Und das vollzieht Cronin über die meiste Zeit. Teilweise bis ins Unangenehme.

Im Gegensatz zu den Mitgliedern der Freedom Band stand er seit jeher für einen eher poppigen Sound. Der nimmt den Mittelteil ein und weist sehr geradlinige Züge auf. In „Feel It All“ gibt es einen kraftvollen Refrain, der sich mit schwelgerischen Strophen abwechselt.

„Sold“ ist die Ballade, die dann ausbricht. „Caravan“ hopst in Richtung Belanglosigkeit. Nicht gut, sind wir froh, dass es da noch mehr gibt.

Einen fantastischen Anfang etwa, mit dem brummenden „Shelter“, das drängend ist und ungestüme Percussions sowie satte Streicher hat. Oder das angenehme „Show Me“, das sehnsüchtig dahinschleicht.

„I’ve Got Reason“ ist ein Ausflug zum energischen Garage Rock, während „Guardian Well“ mit Mundharmonika gutes altes Singer-Songwritertum beschwört. Zum Abschluss noch die Akustiknummer „On the Shelf“ und die geht mehr als in Ordnung.

Fazit: Man kann ja skippen.

7.9

7.9/10
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