Review: Michael Rault – It’s A New Day Tonight

Auf seinem zweiten Album meditiert der Kanadier über die Themen Schlafen und Träumen.

Vor drei Jahren veröffentlichte Michael Rault die Debütplatte „Living Daylight“ via Burger Records. Dort fanden wir sehr spröden, aber immer melodischen Psych Pop vor. Drei Jahre später ist der Kanadier bei Wick Records angekommen, einem Sublabel des längeren Daptone Records. Dort erscheint „It’s A New Day Tonight“ und es ist ein erstaunliches Werk geworden.

Die Zeit zwischen den beiden Releases hat Rault dafür genutzt, an seinem Songwriting zu arbeiten. In Interviews zu der Veröffentlichung gab er an, sich in eine neue musikalische Richtung entwickelt zu haben und das habe sich auch auf seine Persönlichkeit niedergeschlagen.

So handelt die Platte vom Schlaf und ist als Traumtagebuch zu verstehen. Der Sound ist deutlich klarer geworden, bleibt aber ungefähr beim Sixties Psych. Seine Gitarre spielt er weiterhin eher schräg und zerschneidet damit konsequent zarte Strukturen. Oft klingt er dabei wie Ty Segall, manchmal nach Paul McCartney.

„I’ll Be There“ eröffnet die Platte mit einem satten Ohrwurm. Danach wird es „New Day Tonight“ sanfter. Auf „Sleep With Me“ kippen die Streicher beinahe ins Schmalzige. „Oh, Clever Boy“ ist sehr verspielt und retro.

Rault verbietet es dem Hörer, einzunicken. Einlullende Melodien werden rasch unterbrochen, selbst im „Dream Song“ rüttelt er immer wieder wach. „Out of the Light“ ist sehr kraftvoll und erfüllt genau diesen Zweck des Aufweckens.

Im epischen Schlussstück „When The Sun Shines“ gibt sich Rault noch einmal sehr variantenreich und pendelt zwischen aufgekratzt und verschlafen.

Fazit: Transformation erfolgreich vollführt.

7.9

Fazit

7.9/10