Review: Melody’s Echo Chamber – Bon Voyage

Die neue Platte von Melody Prochet ist herausfordernd und atemberaubend.

Gut sechs Jahre nach ihrer Debütplatte hat Melody Prochet wieder ihre Echokammer geöffnet. Eingeladen hat sie sich dieses Mal Reine Fiske, Gustav Ejstes und Johan Holmegard von Dungen sowie Nicholas Allbrook von Pond und Fredrik Swahn von The Amazing. Sehr schwedisch also und auch eher den Experimenten zugetan.

Davon ist dann „Bon Voyage“ (Fat Possum Records) bestimmt. Auf dem Vorgänger zauberte Tame Impalas Kevin Parker noch einen verwunschenen Dream Psych hervor, jetzt ist alles möglich. Die Grundlage bleibt das Verträumte, dieses wird aber immer wieder von Absurditäten durchbrochen.

Wir hören Schreie, Beatboxing, Spoken Word-Performances, allerlei schräge Töne. Die Platte ist herausfordernd, aber auch atemberaubend.

„Cross My Heart“ startet mit einer Mischung aus French Pop und Prog Rock. Dann erfolgt der Bruch. Wir hören Hip Hop-Beats und sehr experimentelles Stückwerk. Auch „Breathe In, Breathe Out“ haut immer wieder die Stopptaste rein. Der Psych Pop ist hier aber etwas zugänglicher.

Völlig wahnsinnig ist dann „Desert Horse“. Fernöstliche Klänge liegen über einem lässigen Beat, die Fuzzgitarre treibt an. Doch schnell wird es abstrakt. Die Stimme ist verzerrt, Beatboxing wird eingesetzt. Ein wilder Trip durch die Wüste beginnt.

Danach gibt es ein Interlude und damit enden die Experimente. „Quand Les Larmes D’un Ange Font Danser La Neige“ ist straighter Dream Pop, nur unterbrochen durch das Gesprochene von Allbrook. Auch „Visions of Someone Special, On a Wall of Reflections“ zeigt sich geradliniger. Mit „Shirim“ endet die Platte. Zum Abschluss gibt es eine Mischung aus Disco und weirdem Psych.

Fazit: Wow!

8.3

Fazit

8.3/10