Review: Lingua Nada – Snuff

Was ist das bitte? Das Gehirn ist nach dem Debütalbum der Leipziger jedenfall ordentlich durchgefickt.

Nach über 60 Jahren Rock’n’Roll hat man alles gehört, was die Gitarrenmusik so hergeben kann. Denkt man. Doch dann fällt einem das Debütalbum von Lingua Nada in die Hände. „Snuff“ (Kapitäne Platte / Dog Knights Productions) ist ein Biest. Unangenehm, gefährlich und wunderschön.

Die darauf befindlichen Songs sind unfassbar. Schon nach rund einer Minute Laufzeit ist man total fertig. So viele Stilwechsel, so unterschiedliche Ansätze. „Svrf Pary“ bietet Surf, Slacker Psych, hymnischen Garage Punk, Mosh-Parts und gefühlvolle Pop-Passagen. Das alles in kürzester Zeit.

Die Leipziger wirken dabei nie beliebig. Nicht einfach den Häcksler anwerfen und Ideen durchjagen, vielmehr sinnvoll verknüpfen. Dem Hörer schnell den Boden unter den Füßen wegziehen und in sanft auf einem flauschigen Teppich betten.

„Lvl 100“ arbeitet mit hektischem Punk und schleppendem Doom. „Cyanide Soda“ ist verstolperter Noise Rock mit unzähligen Breaks. Auf „Spit“ bekommen wir verrauschten Punk mit sanftem Ausklang.

Sollte Flying Lotus einen Soundtrack für seinen neuen Film benötigen, dann könnte „A Netflix Original“ die Grundlage bieten. Noch eher einfach gestrickt ist die Psych-Fuzz-Nummer „Shapeshifted“, aber auch hier kann man sich nie sicher sein.

Fazit: Einzigartig!

8.2

Fazit

8.2/10