Review: Lay Llamas – Thuban

Die Band ist zum Ein-Mann-Projekt geworden. Die Transformation wurde gut überstanden.

Lay Llamas ist mittlerweile zum Soloprojekt von Nicola Giunta geworden. Der Sizilianer musste den Weggang von Gioele Valenti verkraften, der sich mittlerweile ganz seinem Soloprojekt JuJu widmet. Für die neue Platte, „Thuban“ (Rocket Recordings), übernahm Giunta erstmals die Lyrics und den Gesang.

Für den Rest holte er sich Hilfe von einer illustren Runde. So sind etwa Mitglieder von Clinic und The Pop Group dabei, ein Teil des Sängerinnenduos von Goat steuerte ebenfalls ihren Beitrag bei. Zusammen mit seinem Ensemble ging Giunta auf Entdeckungsreise.

In den Krautrock-Techno-Sound wob er verschiedene Elemente ein. Fernöstliche Klänge, afrikanische Rhythmen, Free Jazz und World Music tauchen an verschiedenen Stellen auf. Manchmal sind sie prägend, stellenweise fügen sie Nuancen hinzu.

„Eye-Chest People’s Dance Ritual“ setzt etwa auf New Wave-Chic und führt sanft fremdartige Sounds ein. „Holy Worms“ ist entspannt funky, aber auch treibend. Etwas kühler und technoider wirkt „Silver Sun“. Das Saxofon sorgt für Spitzen.

Die Zusammenarbeit mit Clinic, „Cults and Rites From The Black Cliff“, schiebt an, ist flirrend und bedrohlich. „Altair“, auf dem die Goat-Sängerin auftritt, wirkt wie eine vergessene B-Seite der schwedischen Band.

Auf dem achteinhalb Minuten langen „Fight Fire With Fire“ liefert Mark Stewart von The Pop Group eine zwingende Spoken Word-Performance über scheppernde Beats. „Chronicles From The Fourth Planet“ ist fuzzy und mystisch. Das abschließende „Coffins On The Tree, A Black Braid On Our Way To Home“ fließt vielschichtig und beinahe meditativ dahin.

Fazit: Sehr schönes Werk.

7.6

Fazit

7.6/10